Frauen und „Freundinnen“ feierten beim Sorgaer Weiberfasching

Mariechen in der Manege

Die Särcher Hummeln tummelten sich in der Manege. Fotos: Hettenhausen

Sorga. „Links, rechts, vor, zurück, das macht Spaß, das bringt Glück“ erschallte es lautstark am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle in Sorga, noch bevor das eigentliche Programm zur Weiberfastnacht des TSV begonnen hatte. Diesen Schunkeltrick wollten die Hofgarde und das Duo Malibu zur Einstimmung mit der bunt kostümierten Faschingsgemeinde üben, doch die holden Närrinnen konnten dies bereits bestens. In Sorga wird Weiberfasching seit 22 Jahren gefeiert – da wissen die Frauen, wie Party gemacht wird.

Trotzdem geht die Chose ganz ohne Männer wohl doch nicht. Sie dürfen mitfeiern, wenn sie sich entsprechend verkleiden. Mit einem großzügigen Griff in den Schminkkasten, einer Perücke und rasierten Beinen gelang es den meisten, sich zu tarnen und mit der Aufmachung von echten Weibern mitzuhalten. Diese konnten nun einen Abend nur mit „Freundinnen“ verbringen.

„Manege frei“, rief die Elferratspräsidentin Elke Hildebrand, um unter dem Motto „Circus“ das Programm zu eröffnen. Erfrischend frech und fröhlich präsentierten sich die Showtanzgruppen „Inspiration“ aus Kerspenhausen, Sparkling Diamonds vom SC 76 Rotensee und vom FC 09 Neukirchen mit „Partytime im Altersheim“. Vom TSV Sorga waren wieder das Solztalballett und die Imperadagirls dabei.

Die starken Bengel machten den Affen auf der Bühne. Ihre Tanzkünste bewiesen auch die Eichhof-Elfen, die sich nach dem Putzfrauen-Strip in Bauchtänzerinnen verwandelten, und die Männer der Ranzengarde aus Kerspenhausen, die als Kühe das roten Pferd wild machten. Mit Flickflacks und geschlagenen Rädern unterhielten die TVH-Turnerinnen das Publikum.

Viel Artistik boten auch die Auftritte der TSV-Garden und ihrer Funkenmariechen. Franziska Gluth (Jugend) und Anna Mittendorf schmissen die Beine so hoch sie konnten in die Luft und verabschiedeten sich mit einem Spagat.

Eulalia, das Sorgaer Original, hatte es auch geschafft zu kommen, obwohl ihr Jupp das verhindern wollte. „Extra wegen euch bin ich da“, gestand sie. Eigentlich wollte sie sich verkleiden, doch Jupp sagte, sie ginge doch als Haushaltsrolle „dick und durstig“. Als sie ihrem Mann erzählte, dass sie sich so gerne Kochsendungen anschaue, fragte dieser: „Warum, du kannst doch nicht kochen.“ Daraufhin kam ihre Gegenfrage: „Und warum guckst du dann Pornos?“

Über ihre Erfahrungen, die sie bei der Suche nach einem Mann gemacht hat, sprach Sieglinde Wenzel in der Bütt. Sie sei zu dem Ergebnis gekommen, das Auto selbst in die Werkstatt zu fahren, den Klempner für den kaputten Wasserhahn kommen zu lassen und sich beim Auswechseln der Glühbirnen vom Nachbarn helfen zu lassen.

Der schönste Lohn für Artisten ist der Applaus. Deshalb gab es den vom Publikum reichlich. Drollige Clowns, sechs Mitwirkende vom Elferrat, tummelten sich zum Schluss in der Manege und zeigten ihre Jonglierkünste, wobei ein bisschen Kleber nachhalf.

Nach dem finalen Treffen auf der Bühne und dem Abzug aller Akteure ging die Party ausgelassen weiter. Dafür sorgten die Stimmungsmacher vom „Duo Malibu“ bis weit nach Mitternacht.

Von Vera Hettenhausen

Kommentare