Landtagswahl 2013: Alexander Sauer kandidiert für die Alternative für Deutschland

Ein Mann mit Prinzipien

Auf Ochsentour für die AfD: Alexander Sauer war mit seinem Chrysler mit eigener Wahlurne in den vergangenen Wochen viel unterwegs, um für die Alternative für Deutschland zu werben. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Alexander Sauer verteidigt sein Vaterland – schon von Berufs wegen. Der Oberstleutnant war mit der Bundeswehr im Kosovo und in Afghanistan. Zurzeit leitet er die Stabsgruppe im Ausbildungszentrum der Vereinten Nationen in Hammelburg. Doch Sauer kämpft noch an einer anderen Front: Er will für die Euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) in den Landtag.

„Das einzige Prinzip der CDU ist ihre Prinzipienlosigkeit“, kritisiert Sauer, der selbst lange CDU-Mitglied war und für die Christdemokraten im Kreistag und in der Gemeindevertretung von Niederaula saß. Doch die Abschaffung der Wehrpflicht, die Energiewende oder das Betreuungsgeld bewogen ihn, der Partei den Rücken zu kehren und zur AfD zu wechseln.

30 Mitglieder im Kreis

„Ich wäre nie einer Protestpartei beigetreten“, sagt Sauer und verteidigt die AfD gegen den Vorwurf rechtspopulistisch und gegen Europa zu sein. Vielmehr poche die Alternative auf die Einhaltung der Europäischen Verträge. „Aus einer Themenbewegung ist längst eine Partei geworden“, sagt Sauer. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg habe die AfD inzwischen 30 Mitglieder. Sauer rechnet fest damit, dass die neue Partei bei den Wahlen die Fünf-Prozent-Hürde überspringt.

Dafür hat er inzwischen eine regelrechte Ochsentour hinter sich. Für seine Überzeugungen und auf eigene Kosten ist er durch den Kreis gezogen und hat für seine Ideen geworben. Vor allem die Förderpolitik der Landesregierung und den kommunalen Rettungsschirm hält Sauer für „katastrophal“. Die Bürgermeister gäben damit ihre Haushaltskompetenz an Wiesbaden ab. Besser wäre es, wenn das Land die Pflichtaufgaben der Kommunen fördern würde. In der Schulpolitik tritt Sauer für einen speziellen Verteilschlüssel für den ländlichen Raum ein, um Schulstandorte zu erhalten. K+S unterstützt er bei deren Bestrebungen, eine weitere Abraumhalde zu schaffen. Und er will mehr Geld für die Polizei ausgeben.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels will Sauer die Verwaltungsreform im Landkreis vorantreiben und plädiert für die Zusammenlegung von Gemeinden. „Das ist wie im Fußball, dort gibt es auch immer mehr Spielgemeinschaften.“ Er selbst hätte es früher nie für möglich gehalten, dass Niederaula und Oberaula mit einer Mannschaft antreten.

Niederaula ist auch der Lebensmittelpunkt von Alexander Sauer. Seine Familie unterstützt seine politische Ambitionen. Ohnehin sind sie daran gewöhnt, dass der Familienvater viel unterwegs ist. Und das meist im Auftrag der Politik, um das Vaterland zu verteidigen – ob nun am Hindukusch oder vielleicht demnächst im Wiesbadener Landtag..

Von Kai A. Struthoff

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