Warum Roman Bloß auch Minusgrade nicht schrecken: Grillen mit Leidenschaft

Ein Mann, drei Grills

Roman Bloß bei seiner liebsten Freizeitbeschäftigung, dem Grillen.

Bebra. Voller Hoffnung auf ein sonniges Pfingstwochenende pilgern gerade Männer und Frauen durch lange Supermarktgänge, hieven Säcke voller Holzkohle in Einkaufswagen, kramen in den Kühlregalen nach der gewünschten Bratwurstsorte und schichten Packungen mit eingelegten Steaks zu kleinen Türmen in den Korb. Roman Bloß aus Bebra aber sieht das Grillen nicht einfach nur als eine entspannte Form des Kochens an. Für ihn ist es ein Hobby. Und auch ein bisschen Leidenschaft.

Deshalb würde es den 22-Jährigen auch nicht schrecken, wenn es Minusgrade gäbe. „Bei mir im Kühlschrank liegt ein Kilo Putenbrust am Stück. Das kommt am Wochenende auf den Grill“, sagt er. Temperaturen hin oder her. Von fertig eingelegten Steaks hält er nichts: „Man kann so tolle Sachen selber machen. Dazu muss man nur ein bisschen experimentierfreudig sein“, sagt er und drückt das Putenfleisch in eine selbst zusammengestellte Gewürzmischung. Anschließend wickelt er den duftig ummantelten Batzen in eine Frischhaltefolie und schiebt das ganze wieder in den Kühlschrank.

Pute am beliebtesten

Familie und Freunde des angehenden Optikers freuen sich darüber, dass Roman Bloß das Grillen für sich entdeckt hat. Das bedeutet nämlich, dass er alle zwei Wochenenden einlädt, um wieder etwas Neues auszuprobieren. Obwohl die Putenbrust im Moment am begehrtesten sei. Auch bei Feiern am Baggersee in Breitenbach hat der Bebraer schon seinen mobilen Grill mitgezerrt, um seinen Freunden etwas zu bruzzeln. Schließlich hat er die Wahl zwischen drei Grills, die bei jeder Gelegenheit rangekarrt werden.

Manche würden Roman Bloß wohl als Extremgriller bezeichnen. Auf 20 Grad und Sonne warten? Von wegen. Auch bei 22 Grad minus hat der Auszubildende im vergangenen Winter seinen Kugelgrill auf den Balkon geschoben und Fleisch auf den Rost gelegt. „Ich habe allerdings nicht die ganze Zeit daneben gestanden, sondern bin dann rein gegangen“, sagt Bloß und lacht. Einmal hat er ein Stück Schweinenacken sogar zwölf Stunden langsam auf dem Grill gegart. Rekord bis jetzt. Die Nachbarn jedenfalls wundern sich schon nicht mehr, wenn nebenan Rauchschwaden aufsteigen. „Es fühlt sich niemand gestört. Außerdem können sie ja rüberkommen und kriegen etwas ab“, sagt Bloß, der etwas abseits in Bebra wohnt.

Passend zu seinem Grillhobby züchtet der 22-Jährige besondere Chili-Sorten, die seinen Gerichten den richtigen Pepp geben. Seine Liebe zum Kochen hat er schon ganz früh entdeckt: „Sobald ich alt genug war, um ein Messer in der Hand zu halten, hab ich angefangen zu schnippeln und meiner Mutter beim Kochen zugeguckt“, sagt er.

Am vergangenen Wochenende hat Roman Bloß die Deutsche Grillmeisterschaft besucht und das Wettgrillen auf Sterne-Niveau bestaunt. „Da möchte ich auch mal hin. Noch nicht nächstes Jahr, aber längerfristig. Erstmal muss ich mir ein Team suchen“, sagt Bloß. Bis dahin tauscht er sich mit Grillfans über das Internetforum www.BBQ.net über Rezepte, Tipps und Trends aus. Und lädt seine Freunde ein, die neuen Kreationen zu testen.  † Rezepte von Bloss

Von Judith Strecker

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