Wochenendporträt: Der persönliche Referent von Landrat Dr. Michael Koch

Marcel Mötzing: Ein Mann für alle Fälle

Eine spannende Aufgabe: Marcel Mötzing aus Wildeck-Bosserode ist seit September persönlicher Referent von Landrat Dr. Michael Koch. Seit 2002 ist er beim Landkreis beschäftigt. Mit dem neuen Job ist auch die Kleidung etwas weniger leger geworden. Bei offiziellen Termine dürfen es ruhig Schlips und Anzug sein. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Vom Fallmanager zum Mann für alle Fälle: Nach zehn Jahren im kommunalen Jobcenter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, ist Marcel Mötzing seit September persönlicher Referent des neuen Landrats Dr. Michael Koch (CDU). „Eine extrem spannende Aufgabe, die aber auch einige Veränderungen mit sich bringt“, sagt der 32-Jährige, nicht nur was die Arbeitszeiten betrifft.

Gehörten zuvor zum Beispiel Leistungsberechnungen sowie die Beratung und Vermittlung von Arbeitslosen zu seinen Aufgaben, ist es nun sein Job, dem Landrat zuzuarbeiten, Informationen zu den verschiedensten Themen einzuholen und dessen Termine vorzubereiten.

„Ich habe eine Entlastungsfunktion und bin sozusagen die Universalwaffe“, erklärt Mötzing lachend. „Viele Bürger können sich gar nicht vorstellen, welch riesiges Aufgabengebiet der Landrat hat und wie voll sein Terminkalender ist“, so Mötzing. „Auch mir war nicht bewusst, in wievielen Gremien der Landrat vertreten ist.“ Mötzing selbst ist nicht politisch engagiert.

Die Rolle im Hintergrund sei für ihn keinesfalls unbefriedigend. „Ich arbeite für den Kreis und versuche etwas zu bewegen. Und auch wenn das nicht unmittelbar ist, ist das völlig ok.“

Studium parallel zum Job

Schon seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten hat Mötzing beim Landkreis absolviert. Erste Erfahrungen in einer Verwaltung sammelte er in Wildeck, wo er als Schüler der Beruflichen Schulen in Bebra ein Jahrespraktikum absolvierte.

Für den Posten des persönlichen Referenten haben Mötzing wohl seine Zielstrebigkeit und die guten Leistungen der Vergangenheit empfohlen. Nach diversen Fortbildungen schloss er neben der Arbeit an der Hochschule Fulda auch noch ein Online-Studium „Bass“ (Soziale Sicherung, Inklusion, Verwaltung) ab. „Das war schon sehr sportlich“, sagt der 32-Jährige über die Doppelbelastung, die einem sehr viel Disziplin abverlange. „Ob am 1. Mai oder an Weihnachten, an den Feiertagen habe ich gebüffelt.“ Bereut habe er seine Entscheidung trotzdem nicht. „Das war eine super Erfahrung.“ Eine 1,1 stand schließlich auf dem Bachelor-Zeugnis. „Aber das muss nicht in der Zeitung stehen“, gibt sich der Landrats-Referent bescheiden.

Überrascht sei er trotzdem gewesen, als ihm die neue Position angeboten wurde. „Dann habe ich aber nicht lange überlegt“, gesteht der 32-Jährige.

Von seinem neuen Büro aus in der Nähe des Landrats und dessen Team blickt er genau auf seine alte Wirkungsstätte im Gebäude gegenüber an der Friedrich-Ebert-Straße. „Im Jobcenter stößt man im Kontakt mit den Kunden nicht immer auf Wohlwollen, es gibt oft Konflikte“, blickt Mötzing zurück. Trotzdem habe er den Job immer gerne gemacht. „Ich kann gut mit Menschen“, sagt der 32-Jährige. Das wird ihm sicher auch in seinem neuen Aufgabenfeld zugute kommen. (nm)

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