Der Pflegebranche fehlt das Personal – Neue Seniorenresidenz sucht Bewerber

Mangel an Fachkräften

Hier entstehen Arbeitsplätze:

Bad Hersfeld. Der Pflegebranche fehlen die Fachkräfte. Das bekommt auch die Unternehmensgruppe K&S zu spüren, die im Februar 2011 eine Seniorenresidenz gegenüber des Bad Hersfelder Kurparks eröffnen wird.

Derzeit läuft dort die Personalauswahl. „Pflege wird wegen der Arbeitszeiten rund um die Uhr als unattraktiver Berufszweig angesehen. In unseren Nachbarländern ist das anders, soziale Tätigkeiten sind dort hoch angesehen“, erklärt Detlev Schlobach, der als Leiter der Personalabteilung für die Auswahl der Beschäftigten zuständig ist.

Dass ein zu geringes Gehalt der Grund für die geringe Attraktivität des Berufszweiges sein könnte, schließt Schlobach aus: „Wir halten uns an den Mindestlohn und haben trotzdem zu viele Stellen für zu wenig gutes Personal. “

Zehn Millionen Euro kostet der Neubau der Residenz. Schlobach ist sich sicher, dass das die entstehenden 123 stationären Pflegeheimplätze vermittelt werden können. Vermietet sind bisher zwölf.

Schlechteste Wert in Hessen

Auch Matthias Oppel, Chef der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld, geht von einem steigenden Bedarf aus: „In unserem Kreis kommen 55 Jugendliche auf 100 ältere Menschen. Das ist der schlechteste Wert in ganz Hessen“, sagt er. „Wenn Pflegeeinrichtungen und gutes Personal benötigt werden, dann hier.“ Oppel rät Jugendlichen, bei der Berufswahl die Pflegebranche in Betracht zu ziehen: „Wer nicht wegziehen möchte und einen sicheren Job sucht, dem kann ich nur zu einer Ausbildung in diesem Bereich raten.“ Pflege sei ein Zukunftsmarkt mit sicherer Anstellung.

Die Personalabteilungen der Unternehmen müssen sich auf veränderte Bedingungen einstellen, erklärt Schlobach: „Bisher hatten wir die Auswahl unter den Bewerbern. Die haben aber mittlerweile die Wahl zwischen den Unternehmen und mehrere Verträge auf dem Tisch liegen.“

Er reagiere auf diesen Trend mit Flexibilität: „Wenn jemand nur Teilzeit oder an bestimmten Tagen arbeiten möchte, suchen wir eine individuelle Lösung.“

Von Sonja Broy

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