Zirkus Robini setzt auf Spezialeffekte und Artistiknummern in schwindelnder Höhe

Für die Manege geboren

Schwindelfrei: Silvano Schmidt balanciert in acht Metern Höhe. Foto: Becker

Bad Hersfeld. Ein bisschen mulmig wird es Silvano Schmidt vom Zirkus Robini schon, als er seine Handstand-Nummer vor dem Zirkuszelt aufführen soll. Schließlich nieselt und windet es, der Erdboden ist aufgeweicht und bietet nur bedingt eine sichere Unterlage. Dann aber traut er sich doch. Stuhl für Stuhl stellt der Zirkusartist übereinander, bevor er schließlich in den Handstand geht. Alles funktioniert perfekt.

Kein Wunder - immerhin ist Silvano ins Zirkusleben hineingeboren und hat bereits als Kind angefangen, artistische Nummern einzustudieren. „Für das Zirkusleben muss man auch geboren sein“, meint Schmidt. Schließlich ist man an 365 Tagen im Jahr auf Achse und reist von Stadt zu Stadt. Erst vor kurzem hat der Zirkus Robini in Eisenach Halt gemacht, jetzt sind sie für neun Tage in Bad Hersfeld zu Gast.

Zirkus in achter Generation

Robini ist ein echtes Familienunternehmen, das schon in der achten Generation unter dem Motto „Der Zirkus muss leben“ Spannung und Spaß für die ganze Familie anbietet. Insgesamt 25 Artisten und fünf weitere Mitarbeiter sind momentan mit auf Reisen, im Winter sind es noch weitaus mehr.

Doch auch die tierischen Begleiter sind zahlreich: Kamele, Zebras, Ziegen, Ponys und Lamas sind immer mit dabei. „Wir sind ein Zirkus zum Anfassen“ , erklärt Silvano Schmidt. Und aus diesem Grund dürfen die kleinen Besucher die insgesamt 40 Tiere nach der Vorstellung selbstverständlich auch aus nächster Nähe begutachten.

Der Zirkus Robini glänzt vor allem mit besonderen Spezialeffekten, die jede Nummer zu einem echten Erlebnis machen. „Bevor die Kamele reinkommen, verbeiten ein Feuerspucker und Bauchtänzerinnen richtig orientalische Stimmung!“, erzählt Schmidt. Auch Schwarzlicht und andere technische Spielereien werden eingesetzt. „Da wirkt die Nummer gleich noch besser.“

Enttäuschte Besucher habe es bisher nicht gegeben, dafür aber schon den ein oder anderen Trainingsunfall. „Einmal ist eine der Sektflaschen , auf denen meine Stuhlkonstruktion steht, geplatzt“, erinnert sich der Artist. „Da musste ich im Flug noch blitzschnell überlegen, wie ich mich am Boden am besten abrolle.“

Zum Glück ist bis auf ein paar Knochenbrüche bisher aber nichts geschehen. Als Glücksbringer hat Silvio Schmidt immer eine Spielkarte, die Herz-Acht, dabei. Falls es mal wackeln sollte, kann er die noch schnell als Stütze zwischen die Stuhlbeine schieben.

Von Hannah Becker und Annelie Rink

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