Der Circus Krone zeigt vom 16. bis 20. Juni sein Jubiläumsprogramm „Celebration“

Manege frei für Tsavo

Dreieinhalb Tonnen zum Kuscheln: Raubtierbändiger Martin Lacey jr. bei seiner täglichen Schmusestunde mit Breitmaulnashorn Tsavo. Foto: Reymond

Bad Hersfeld. Einen wahren Marathon haben gestern die Mitarbeiter des Circus Krone bei unangenehm schwül-warmen Temperaturen absolviert. Innerhalb weniger Stunden errichteten sie das größte transportierbare Zirkuszelt der Welt – einen hellblauen Dom, in dem 5000 Zuschauer Platz finden.

Jeder Handgriff sitzt

Jeder Handgriff sitzt, wenn die routinierte Truppe bei der Arbeit ist: „Unser Zelt wird 30 Mal pro Jahr ab- und wiederaufgebaut“, erklärt Dr. Susanne Matzenau vom Pressebüro des Circus Krone.

Rund um das Zelt entsteht eine kleine Stadt. Matzenau erzählt mit einem Augenzwinkern, dass Hersfeld jetzt um den Stadtteil „Krone“ bereichert wurde.

Denn der Zirkus besteht nicht nur aus Tieren und Artisten: Feuerwehr, Schule, Werkstätten und eine Küche sind erforderlich, um die rund 400 „Kleinstadtbewohner“ zu versorgen. Der Festplatz am Hallenbad platzt aus allen Nähten: „30 000 Quadratmeter sind nötig, damit ein Betrieb dieser Größenordnung problemlos beherbergt werden kann“, sagt Matzenau.

200 Tiere

Im Circus Krone leben derzeit 200 Tiere – Löwen, Elefanten, Kamele, Lamas, Pferde, Seelöwen, Hunde – und Tsavo, das afrikanische Breitmaulnashorn.

Der 33-Jährige Bulle ist ein Geschenk des Zirkus Barum, der sich vor drei Jahren aufgelöst hatte. „Gerd Simoneit rief uns damals an und fragte, ob wir Tsavo übernehmen können“, erinnert sich Lacey.

Der erfahrene Raubtierdompteur ist seitdem Nashorn-Papa und versteht sich blendend mit seinem vegetarischen Freund. Tsavo liebt nämlich Äpfel und Karotten.

Während Lacey mit dem Dickhäuter schmust, ertönt ein ohrenbetäubendes Brüllen, welches einem sofort durch Mark und Bein geht. „Das ist Kasanga, der ist eifersüchtig“, sagt Lacey.

Kasanga ist einer von 18 Löwen. Mit einem Kampfgewicht von 350 Kilogramm macht er eine stattliche Figur. Und um die auch zu halten, verdrückt er jeden Tag eine ordentliche Menge Fleisch.

Lacey verfüttert täglich 200 Kilogramm frisches Schweine- und Rindfleisch, um die gierigen Raubtier-Mäuler zu stopfen.

TV-Star schwingt Hüfte

Heringe, Makrelen und Sprotten stehen indes bei Seelöwe Chico auf dem Speiseplan. Der Fischliebhaber ist vielen aus der TV-Serie „Hallo Robby“ bekannt. Wenn er gerade nicht vor der Kamera steht, tanzt er gern mit seinen drei Kollegen zu fetziger Zirkusmusik.  Umfrage

Von Alia Shuhaiber und Mario Reymond

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