Dr. Frank Hofmann: Manchmal provozieren

Neuer Dekan des Kirchenkreises Hersfeld ins Amt eingeführt

Nach der feierlichen Amtseinfhrung verlässt der neue Dekan Dr. Frank Hofmann (rechts) mit Pröpstin Sabine Kropf-Brandau und Stadtkirchenfarrer Frank Nico Jaeger die Kirche. Fotos: Apel

Bad Hersfeld. In der evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck ist der Kirchenkreis Hersfeld einer der großen und angesehenen. Der neue erste Mann, Dekan Dr. Frank Hofmann, zuletzt persönlicher Referent von Bischof Prof. Dr. Martin Hein, scheint gut in dieses Umfeld zu passen.

Überzeugt im eigenen Glauben und dabei weltoffen: Dekan Dr. Frank Hofmann (Dritter von rechts) mit dem aus der südindischen Partnerkirche stammenden Pfarrer Paul Shinde und Ehefrau Salome Shinde, dem katholischen Pfarrer Christian Sack, Ehefrau Uta Hofmann, den Vertretern der türkisch-islamischen Gemeinde, Yalcin Solak und Vorbeter Celal Dogan (von links).

Das jedenfalls wurde deutlich, als der 1964 in Kassel geborene und 1995 in Bad Hersfeld ordinierte Theologe nach Verpflichtung und Einführung durch Pröpstin Sabine Kropf-Brandau seine Antrittspredigt hielt. Darin beleuchtete er das Thema soziale Gerechtigkeit und verblüffte die Gemeinde in der voll besetzten Stadtkirche mit dem Lösungsvorschlag des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg: „Jeder bekommt einen Silberling und damit das, was er zum Leben braucht. Ganz egal, ob er früh oder spät am Tag angefangen hat zu arbeiten!“ Gott leiste sich diese provozierende Ungerechtigkeit, erläuterte Dr. Hofmann, weil er mit anderen Maßstäben messe und Gerechtigkeit und Gemeinschaft aus Gnade schenke. Auch in der heutigen Zeit, in der das Bekenntnis zum Christentum längst nicht mehr selbstverständlich sei, müsse man manchmal provozieren, gelte es doch, sich auf die guten Gründe zu besinnen, mit denen man zum Glauben finde. „Lasst uns zusammen arbeiten an einer zum Glauben einladenden Kirche, denn Gottes schenkende Liebe gilt allen Menschen gleich!“, betonte der 49-Jährige. (Mehr lesen Sie morgen in unserer gedruckten Ausgabe)

Von Wilfried Apel

Einführung von Dekan Dr. Frank Hofmann

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