Jugendbuchwoche: Nina Petrick erzählte aus dem Alltag einer Schriftstellerin

Manchmal hilft joggen

Autogrammstunde für Nina Petrick: Die dritten und vierten Klassen der Ernst-von-Harnack-Schule hörten der Autorin gerne zu.

Bad Hersfeld. 14 Autoren hatten während der Osthessischen Jugendbuchwoche mehrmals Gelegenheit, sich in Schulen des Kreises mit ihren Werken vorzustellen. Auch Nina Petrick war der Einladung gefolgt und von Berlin in die Grundschule an der Sommerseite und in die Ernst-von-Harnack-Schule gekommen.

Die erfolgreiche Schriftstellerin schreibt seit mehr als 20 Jahren Kurzgeschichten sowie Kinder- und Jugendbücher. Auch ein Roman für Erwachsene stammt aus ihrer Feder. Der Peter-Härtling-Preis, den sie 1997 für ihr Buch „Die Regentrinkerin“ bekam, war Türöffner für ihren weiteren beruflichen Werdegang.

Seit 2001 verfasst Petrick Kurzgeschichten für die Hörfunksendung „Ohrenbär“ der Sender RBB, WDR und NDR.

In der Ernst-von-Harnack-Schule gestaltete die 44-Jährige ihre Vorlesestunde zu einer aufschlussreichen Interviewrunde, denn die Kinder stellten jede Menge Fragen. „Wie bist du auf die Geschichten gekommen?“, wollten sie wissen. „Manchmal hilft joggen“, verriet Petrick. Einmal wollte sie im Urlaub sieben Kurzgeschichten schreiben. Dies sei ihr erst auf der Heimfahrt gelungen. „Man kann das Schreiben nicht erzwingen. Wirklich erlernbar ist es nicht, aber man kann gewisse Grundregeln wie zum Beispiel den Aufbau einer Geschichte üben“, erklärte sie.

Die Idee zum vorgestellten Buch „Die unglaubliche Fledermaustante“ kam ihr bei einem Besuch im Berliner Zoo. Sie und ihre achtjährige Tochter fanden, dass die dortigen Fledermäuse nachdenklich aussähen, als wären sie verwunschen. Entstanden ist eine warmherzige Geschichte, die Kindern die Angst vorm Umziehen in eine andere Umgebung nehmen soll.

In der dann noch erzählten Geschichte „Anna, Max und das Schneewunder“ gelingt es zwei Kindern, sich den für Weihnachten gewünschten Schnee herbeizuzaubern. Sie und ihre Familien werden auf einer Insel eingeschneit und erleben das schönste Weihnachten ihres Lebens.

Lehrreich war Petricks kleiner Exkurs über den Weg einer Idee zum gedruckten Buch und über den großen Einfluss der Verlage auf das endgültige Erscheinungsbild eines Buches.

Fantasie wachsen lassen

„Ich möchte auch einmal Autorin werden“, meldeten sich viele Kinder am Ende der Lesung zu Wort. „Dann müsst ihr schon jetzt fleißig lesen, damit eure Fantasie wachsen kann“, antwortete Petrick.

Nachdem die Schriftstellerin ihre Autogrammkarten verteilt hatte, auf denen sie mit dem Kaninchen ihrer Tochter zu sehen ist, eilte sie zum nächsten Termin, dem Bücherfest „Stadt, Land, Buch“ in Berlin, um weitere Kostproben aus ihren Werken zu geben.

Von Vera Hettenhausen

Kommentare