„Carmen – Ein deutsches Musical“: Komponist Wolfgang Schmidtke verbindet Altes mit Neuem

„Man muss mit der Musik ja was erzählen“

Wolfgang Schmidtke

Berlin. Er ist ein renommierter Jazzmusiker und Komponist, hat schon alles Mögliche gemacht, darunter Theatermusik. Dabei hat Wolfgang Schmidtke Holk Freytag kennen gelernt, den neuen Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele. Und deswegen macht Schmidtke jetzt etwas. was er vorher noch nie gemacht hat: Er komponiert ein Musical.

Die Musik der 50er Jahre muss er für „Carmen – Ein deutsches Musical“ nachempfinden, denn für die Festspiele wurde die Geschichte von der heißblütigen Zigeunerin und dem ihr verfallenen Soldaten aus dem Sevilla des Jahres 1820 ins Nachkriegsdeutschland verlegt.

„Swing wird dabei sein, früher Rock’n’Roll und Mischformen davon“, berichtete Schmidtke im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber auch folkloristische Elemente aus dem Osten Europas will er aufnehmen, um den Hintergrund vieler vom Krieg versprengter Menschen zu verdeutlichen.

Die Ohrwürmer der Bizet-Oper wird das Festspielpublikum jedoch ebenfalls hören, in angepasster Form natürlich. „Zwei dieser bekannten Themen werden häufiger auftauchen,“ erklärt Schmidtke, „doch insgesamt gibt es mehr neue Musik als alte aus der Oper.“

Zuerst der Text

Im übrigen vertont Schmidtke in seinen Kompositionen die Liedtexte von Judith Kuckart, die das Buch für „Carmen“ schreibt. „Es ist besser, wenn der Text zuerst da ist, denn man muss mit der Musik ja etwas erzählen,“ sagte Schmidtke. Nur bei den Gassenhauern von Bizet wird zwangsläufig umgekehrt verfahren.

Die Besetzung des Festspiel-Orchesters von Christoph Wohlleben, der neben der „West Side Story“ auch „Carmen“ musikalisch leiten wird, bereitet Schmidtke keine Probleme. „Das passt für beides, denn auch die Bernstein’sche Musik kommt ja aus dieser Zeit,“ stellte Schmidtke fest.

Noch gibt es Karten für „Carmen – Ein deutsches Musical“ beim Ticket-Service der Festspiele, Am Markt 1, in Bad Hersfeld, Telefon 06621/201-360, oder online unter www.bad-hersfelder-festspiele.de.

Von Karl Schönholtz

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