Montagsinterview zur Neuausrichtung der Mitmach-Ausstellung

„wortreich“-Geschäftsführerin Karina Gutzeit: „Man kann viel anpacken“

Neues Konzept: Karina Gutzeit hat das „wortreich“ in Bad Hersfeld auch für Erwachsene interessant gemacht. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Mit dem Wechsel an der Spitze der Bad Hersfelder Mitmach-Ausstellung „wortreich“ ging vor gut einem Jahr auch eine Neuausrichtung einher. Wir sprachen mit Geschäftsführerin Karina Gutzeit über Zielgruppen, Erfolge und Perspektiven.

Frau Gutzeit, würden Sie mit dem Wissen von heute die Aufgabe im „wortreich“ noch einmal übernehmen? 

Karina Gutzeit (lacht): Ich sage mal ja, weil es eine spannende Aufgabe ist. Man kann viel anpacken und verändern.

Was war im vergangenen Jahr das größte Problem, das Sie zu lösen hatten?

Gutzeit: Es waren viele kleine Baustellen, die je nach Priorität Stück für Stück abgearbeitet werden mussten. Ich war dann ab dem Punkt zufrieden, an dem ich gemerkt habe, das neue Geschäftsmodell ist in den Köpfen verankert und alle spielen auch mit.

Was funktioniert im neuen Konzept nun besonders gut?

Gutzeit: Ich habe das Haus als Museum übernommen, so wie eine gemeinnützige Einrichtung eben aufgebaut ist. Da musste man konzeptionell ganz schön ran und etwas Neues stricken, mit dem man dann auch Geld verdienen kann. Gut funktioniert hat dabei das Angebot, das Haus für Veranstaltungen zu öffnen. Wer sich im wortreich einbucht, tut dann auch etwas Gutes, indem er die Gemeinnützigkeit unterstützt.

Sie setzen jetzt nicht mehr nur auf ein junges Publikum, sondern auch ganz gezielt auf Erwachsene.

Gutzeit: Ganz genau. Vorgefunden habe ich das wortreich mit einer sehr kindlichen Außendarstellung. Wir wollen jetzt Schritt für Schritt erwachsener werden, die neue Internetseite war dabei ein Anfang. Wir sprechen damit drei Zielgruppen an, die Schüler und Studenten im Bereich Bildung, Tagesbesucher und Familien im Bereich Tourismus und den Bereich der Firmen, in dem wir auch mehr eigene Module anbieten wollen, wie etwa Kommunikationstraining.

Aber ist es Aufgabe einer finanziell klammen Stadt, ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen vorzuhalten und zu betreiben, das rote Zahlen schreibt? Wie sehen Sie es?

Gutzeit: Grundsätzlich wurde hier die Entscheidung getroffen, ein gesellschaftliches Projekt mit EU-Fördermitteln zu finanzieren. Seit Juli 2014 sind wir auf einem sehr guten Weg, der mich optimistisch stimmt, dass wir mit dem wortreich auf eine schwarze Null hinarbeiten können. Wir haben einen gesellschaftlichen Auftrag und setzen sehr viele gemeinnützige Projekte um. Es kann nur helfen, wenn wir als gemeinnützige Einrichtung wirtschaftlich denken.

Wenn Sie heute durch die Ausstellung gehen, welche Station lässt Sie auch heute noch lächeln?

Gutzeit: Viele von den Stationen machen mir auch heute noch Spaß, das kommt darauf an, mit wem ich gerade durchgehe. Das ist ja sehr vielfältig, und wir sprechen alle Altersgruppen an. Mit Schülern stehen wir zum Beispiel gerne an diesen Stangen, an denen man auch mit der Nase Musik machen kann...

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