Festspielschauspieler las im Buchcafé aus seiner Autobiografie „Markus, glaubst Du an Gott?“

Majowski – schonungslos ehrlich

Entwaffnende Offenheit: Markus Majowski las im Buchcafé aus seiner Autobiographie „Markus, glaubst du an den lieben Gott?“ Im Publikum waren auch viele Kollegen, darunter Valentina Jiménez Torres (rechts). Foto: Landsiedel

Bad Hersfeld. „Mich kotzt es auch an, dass ich nicht wie andere saufen kann. Es gibt Leute, die können mit Alkohol oder Drogen umgehen. Ich kann es nicht!“. Mit solch drastischen Worten trat Festspielschauspieler Markus Majowski am Sonntag Nachmittag im Bad Hersfelder Buchcafé anlässlich einer Lesung aus seiner Autobiographie „Markus, glaubst Du an Gott?“ vor sein Publikum.

Schonungslose, ehrliche Selbsterkenntnis und entwaffnende Offenheit, gepaart mit dem Bekenntnis zum christlichen Glauben haben ihm dabei geholfen, sich von seiner jahrelangen Alkohol- und Drogensucht zu befreien. Nach zahlreichen Rückfällen ist es Majowski, als er nach eigenem Bekunden „bereits auf dem Boden liegt und in Gefahr läuft, auch noch seine Familie zu verlieren“ gelungen, einen neuen Sinn im Leben zu finden. „Seit sieben Jahren bin ich inzwischen trocken“ freut er sich.

Wer Majowski bislang nur als den „Dicken aus der Telekom-Werbung“ oder als Comedy-Star kannte, konnte während der gut 90-minütigen Lesung einen Menschen, der in seinem Leben in viele persönliche Abgründe geblickt hat, von seiner ernsten und nachdenklichen Seite erleben. Dass er trotz alldem seinen Humor nicht verloren hat bewiesen die von ihm ausgewählten Passagen aus seinem Buch, welche die Zuschauer zwar gelegentlich schockierten, immer wieder aber auch zum Schmunzeln oder einem befreienden Lachen anregten.

Unter den zahlreichen Zuhören in der komplett besetzten „Kneipe“ im Bad Hersfelder Buchcafé waren übrigens auch einige prominente Festspielschauspieler zu finden, darunter Sonja Kirchberger, Cosma Shiva Hagen und Publikumsliebling Christopher Seban.

Sehr wichtig war Majowski an diesem Nachmittag der Kontakt zum Publikum. Bereits vor Beginn der Lesung zündete er an jedem Tisch eine Kerze an und begrüßte seine Gäste mit den Worten „Schön, dass ihr da seid“. In der Pause und nach der Lesung nahm er sich ausgiebig Zeit für persönliche Gespräche und signierte auf Wunsch Exemplare seines Buches, das an einem Stand der Hoehlschen Buchhandlung erworben werden konnte.

Die Frage „Glaubst du an Gott?“, die ihm in Kindertagen seine Großmutter stellte, nachdem sie ihn dabei ertappt hatte, wie er sich heimlich aus der Keksdose seiner Schwester bediente, beantwortete Majowski seinerzeit übrigens auf eine vielleicht nur ihm eigene Weise: „Ja, aber er petzt nicht“.

Von Thomas Landsiedel

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