Buchcafé: Robert Carl Blank und Klaas P. Jambor faszinierten mit Stimme und Gitarre

Magische Momente mit Musik

Singer/Songwriter aus Hamburg: Klaas P. Jambor (links) und Robert Carl Blank (rechts) sind als Duo ein echter Geheimtipp. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Für die Zuschauer des Hamburger Singer/Songwriters Robert Carl Blank hatte Buchcafé-Geschäftsführer Helmut Weide-Basler am Samstagabend eine Überraschung parat, denn statt einem Solokünstler gab es gleich zwei herausragende deutsche Singer/Songwriter. Robert Carl Blank hatte seinen langjährigen Freund und Tourpartner Klaas P. Jambor mitgebracht, der dann auch das Konzert eröffnen durfte.

Klaas P. Jambor ist neben seiner Tätigkeit als Bühnenkünstler auch sehr häufig als Komponist in Erscheinung getreten. Einige seiner durchgehend englischsprachigen Songs behandelten dann auch seine persönlichen, überwiegend negativen Erfahrungen mit der leider häufig nur auf Kommerz ausgerichteten Plattenindustrie.

Musizieren als Therapie

Ansonsten sind die Lieder von Klaas P. Jambor sehr persönlich und emotional. Er selbst beschreibt musizieren als „Selbsttherapie“ und verarbeitet gescheiterte Beziehungen und depressive Phasen in seinen Songtexten. Dennoch ist seine Denkweise überwiegend positiv. Verzeihen zieht er der Rache vor und die Hoffnung auf Glück begräbt er niemals.

Wandelbare Gesangsstimme

Klaas P. Jambor ist auch ein außergewöhnlicher Gitarrist und ein Sänger mit hohem Wiedererkennungsfaktor. Seine Gesangsstimme ist sehr wandelbar und extrem dynamisch, sein Gitarrenspiel ist kreativ und manchmal auch etwas rauh.

Sein Tourpartner und Freund Robert Carl Blank hat einen Stil entwickelt der deutlich mehr Mainstream als der seines Kollegen ist. Sein Gitarrenspiel ist gradlinig und flüssig, seine charismatische Gesangsstimme passt sehr gut zu seinen groovigen Gitarrenparts. Seine Liedtexte sind verträumt und weniger ichbezogen als die seines Freundes Klaas P. Jambor. Er besingt etwa die phantasievolle Figur der Möwe Jonathan aus einem australischen Kinderbuch, die mehr vom Leben erwartet, als bloß tagein tagaus Fisch zu fangen.

Auch Politisches fließt in die Songtexte des jungen, sympathischen Hanseaten ein. In „Every Mothers Son“ beschreibt Robert Carl Blank ein langes Kneipen-Gespräch, das er mit einem Bundeswehrsoldaten über dessen Erlebnisse im Auslandseinsatz in Afghanistan geführt hat.

Im dritten Teil des Programms spielten und sangen die beiden gemeinsame Songs, die sie in Kürze auf einer gemeinsamen CD aufnehmen wollen.

Hitcharakter

Hier zeigte sich einmal mehr, dass das Gesamtergebnis oft mehr ist, als die Summe der Einzelteile, denn beide Künstler ergänzten sich hervorragend. Sowohl der excellente zweistimmige Gesang als auch die Kombination der beiden Gitarrenspieltechniken erzeugten Gänsehaut. Besonders die Trennungsballade „Wish you well“ hatte definitiv Hitcharakter. Das Bad Hersfelder Publikum honorierte diese magischen Momente mit viel Applaus und entließ die beiden Künstler nicht ohne Zugabe von der Bühne. (rö)

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