147 Fundsachen unter dem Hammer von Auktionsleiterin Nadine Möller

Magie der Versteigerung

Schnäppchen oder nicht: 147 Fundsachen wurden in der City Galerie von Nadine Möller versteigert. Der Erlös der Auktion fließt in die Stadtkasse. Foto: Lenk

Bad Hersfeld. Versteigerungen haben offenbar eine magische Anziehungskraft: In der Hoffnung, ein Schnäppchen zu ergattern, pilgern zahlreiche Menschen in die Bad Hersfelder City Galerie zur alljährlichen Fundsachen-Versteigerung.

Diesmal werden 147 Sachen versteigert, die allesamt im Stadtgebiet gefunden wurden und auch nach einem Jahr nicht von ihren rechtmäßigen Besitzern abgeholt wurden. Das ist bisher Rekord. Versteigert wird fast alles – von Smartphones über Fahrräder, Schmuck oder Kleidung.

Viele Schirme dabei

„Durch das wortreich ist dieses Jahr eindeutig ein Anstieg bei der Zahl der Regenschirme zu beobachten“, erklärt Auktionsleiterin Nadine Möller. Das Startgebot liegt bei nur 50 Cent, wird aber meist weit übertroffen. „Die Preise sind stark gestiegen, da auch mehr Bieter zu den Auktionen kommen“, meint Konstantin Beckel, der für seinen Sohn Jason ein fast neuwertiges Kinderfahrrad für 70 Euro ersteigern konnte und sich nun über das Schnäppchen freut.

Doch was macht den Reiz der Auktionen aus? Ein gewisses Maß Freude an der Rivalität gehört offenbar dazu. Immerhin geht es darum, die Mitbieter auszustechen. Obwohl dann auch mal ein Steckschlüsselsatz für 40 Euro weggeht, den man im Baumarkt vermutlich günstiger bekommen hätte. Die Frage, ob man all das wirklich braucht, stellt sich spätestens, wenn für den dritten Regenschirm geboten wird. Etwas Risikobereitschaft ist auch nötig, um den großen Fang zu landen.

So wird ein Tablet ohne Ladekabel für 35 Euro verkauft. Ob es auch funktioniert, ist unbekannt. Selbst Kurioses kommt unter den Hammer: Ein Kinderwagen mit Komplettausrüstung aus Rassel, Babykleidung und Trinkflasche wechselt für nur zehn Euro den Besitzer. Welch ein Glück, dass der Vorbesitzer nicht auch sein Kind darin vergessen hat. Vor allem machen Versteigerungen Spaß. Man gibt dem Kaufrausch nach, mit der Gewissheit, den Preis selbst festzulegen. Vielleicht macht ja gerade das die magische Anziehungskraft von Auktionen aus.

Von Kevin Marc Lenk

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