Bad Hersfelder Festspiele: Das Familienmusical „Der Sturm“ hat am Sonntag Premiere

Magie und Versöhnung

Stranden auf Prosperas Insel: (von links) Sebastian (Lars Weström), Antonia (Marie Therese Futterknecht), Alonso (Jörg Reimers) und Gonsalo (Daniel Dimitrow). Foto: Iko Freese/drama-berlin.de

Bad Hersfeld. Rache oder Versöhnung? Diese Frage steht im Zentrum, wenn am morgigen Sonntag, 16. Juni, ab 21 Uhr „Der Sturm“, das Familienmusical der Bad Hersfelder Festspiele, in der Stiftsruine Premiere feiert. Vernunft, Toleranz, Nächstenliebe und Vergebung – die Grundwerte des christlichen Humanismus sind in William Shakespeares „Der Sturm“ mit Zauberei und Fantasie vereint. Das Stück mit dem Originaltitel „The Tempest“ gilt als das letzte Bühnenwerk des englischen Dramatikers.

Theater für Jung und Alt gleichermaßen erlebbar zu machen, das ist der Anspruch der Familienstücke bei den Bad Hersfelder Festspielen. In den vergangenen Spielzeiten ist das nicht immer gleich gut gelungen. Für den „Sturm“ zeichnen Gerold Theobald (Textfassung), Wolfgang Schmidtke (Musik) und Janusz Kica (Regie) verantwortlich, deren Musicalfassung des Dschungelbuchs in den beiden vorigen Spielzeiten auf eine positive Resonanz beim Publikum gestoßen war. Auch wenn sich die Macher bei der Handlung an der Shakespeare-Vorlage orientieren, werden in der Musicalfassung aus den zwei eigentlich männlichen Figuren des Zauberers Prospero und seines Bruders Antonio Frauen, die sich in einer Männerwelt behaupten: Zwölf Jahre vor Einsetzten der Handlung war Prospera, die rechtmäßige Herrscherin von Mailand, gestürzt worden – von ihrer intriganten Schwester Antonia, unterstützt von Alonso, dem König von Neapel. Mit ihrer Tochter Miranda ist Prospera auf eine einsame Insel entkommen. Dort herrscht sie nun über den Luftgeist Ariel, die übrigen Inselgeister sowie Caliban, den Sohn eines eingeborenen Wilden.

Rache geplant

Als König Alonso, begleitet von seinem Bruder Sebastian, Sohn Ferdinand und Prosperas Schwester Antonia an dem Eiland vorbeisegelt, lässt Prospera den Luftgeist Ariel einen Sturm heraufbeschwören und die Passagiere unversehrt stranden. Während die übrige Schiffsbesatzung in einen Zauberschlaf fällt, irren die Schiffbrüchigen auf der Insel umher.

Mithilfe des Luftgeistes lässt Prospera Ferdinand auf Miranda treffen, die sich sofort in ihn verliebt. Prospera sieht in einer Hochzeit ihrer Tochter mit dem Sohn ihres Feindes die Chance zur Versöhnung.

Ihre Schwester Antonia setzt indes ihre Intrigen fort: Während Alonso nach seinem Sohn sucht, versucht sie dessen Bruder zum Königsmord anzustiften. Der Luftgeist Ariel konfrontiert die Gestrandeten schließlich mit ihren Taten.

In der Zwischenzeit versucht Caliban, mit Hilfe der Trunkenbolde Trinculo und Stephano, Prospera zu töten.

Am Ende findet Alonso seinen Sohn unversehrt mit Miranda. Prospera verzeiht ihrer Schwester, fordert jedoch ihr Herzogtum zurück. Die Zauberin entsagt ihren magischen Kräften und lässt Ariel und den Caliban frei.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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