Von Mäusen und Menschen

Ausbau der A4: Bürgerinitiative Lärmschutz erhöht Druck auf Regierungspräsidium

Mit diesem Plakat wirbt die Bürgerinitiative für die Umsetzungen ihrer Lärmschutz-Forderungen. Foto: nh

Bad Hersfeld. Die Vorbereitungsarbeiten für den Ausbau der Autobahn A4-Hersfeld West sind angelaufen. Um dem Naturschutz Rechnung zu tragen werden derzeit die streng geschützten Haselmäuse in neue Behausungen umgesiedelt (wir berichteten).

„Leider stehen Menschen nicht unter strengem Naturschutz und deshalb mutet man den Hersfelder Bürgern, Kurparkbesuchern und Patienten der ansässigen Kliniken, die auf der Stadtseite der Autobahn leben, weiterhin den Schlaf raubenden Verkehrslärm von der stark befahrenen Autobahn A4 zu“, kritisiert vor diesem Hintergrund die Bürgerinitiative A 4-Lärmschutz in einer Pressemeldung.

Gegen die ihrer Ansicht nach unzureichenden Lärmschutzmaßnahmen im Planungsfeststellungsverfahren haben sich betroffene Bürger der Bürgerinitiative, die Leitungen der Kliniken im Kurviertel sowie die Stadt Bad Hersfeld mit entsprechenden Widersprüchen wiederholt an die Aufsichtsbehörde (Regierungspräsidium (RP) Kassel) gewandt. Alle Widersprüche wurden abgewiesen.

In einem Erörterungs- und Anhörungstermin der Beteiligten am 21. Dezember 2015 in Bad Hersfeld haben deshalb die Interessenvertreter Beweisanträge zum Lärmschutz dem RP übergeben. Damit werde die Planungsbehörde gezwungen, endlich aktuelle Zahlen zur Prognose der Verkehrs- und damit auch Lärmentwicklung bis zum Prognosehorizont 2030 zu erstellen, hofft die Bürgerinitiative. Denn die bisherigen Zahlen stammten aus dem Jahr 2005 und seien längst überholt.

Bei Gesprächen mit dem hessischen Verkehrsministerium wolle die BI zusammen mit der Stadt versuchen, in einem „Modellversuch zum vorbeugenden Lärmschutz“ (BImSchG §1) ein Maximum an Lärmschutz zu erreichen. Dazu gehörten:

• Geschwindigkeitsbeschränkung für Pkw (100 kmh) und Lkw (60 kmh)

• Flüsterasphalt für die Fahrbahndecke

• Lärmschutzwände auf beiden Seiten der Fahrbahn oder Einhausung.

Außerdem wolle sich die BI sich um die Einrichtung eines Lärmschutzbeirates für Bad Hersfeld bemühen, damit der seit 2008 gesetzlich geforderte Lärmaktionsplan für die Kommune endlich erstellt werden könne. (red/kai)

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