Hanta-Virus: Amtsarzt registriert Anstieg der Fallzahlen – Früherkennung ist wichtig

Mäusekot kann krank machen

Dr. Dieter Gobrecht

Hersfeld-Rotenburg. Mit Sorge registriert das Gesundheitsamt des Kreises einen Anstieg der Erkrankungen am so genannten Hanta-Virus. „Die Tendenz geht nach oben“, sagte Amtsarzt Dr. Dieter Gobrecht auf Anfrage unserer Zeitung.

Während es jahrelang überhaupt keine bekannten Krankheitsfälle gab, wurden 2010 zwölf Fälle der meldepflichtigen Krankheit im Kreis registriert, 2011 waren es zwar nur zwei Fälle, in diesem Jahr wurden aber bis jetzt bereits vier Fälle bekannt, der letzte davon Mitte Juli.

„Das Hanta-Virus führt zu einer hochgefährlichen Erkrankung“, erklärt Dr. Gobrecht. Die Symptome gleichen zunächst oft einer Sommergrippe: Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen. Genau dies mache die Diagnose sehr schwer. Beim Fortschreiten der Erkrankung könne es auch zu einem akuten Nierenversagen kommen. Die Letalitätsrate (Sterblichkeitsrate), liege bei fünf Prozent, verdeutlicht Dr. Gobrecht die Gefahr der Krankheit.

Deshalb seien Aufklärung und eine frühe Erkennung sehr wichtig, um – zum Beispiel durch Dialyse – rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Übertragen wird der Hanta-Virus durch die Ausscheidungen von Nagetieren, vor allem von Mäusen. „Der Virus ist penetrant und hat Durchschlagkraft“, warnt Dr. Gobrecht.

Er führt den rasanten Anstieg der Fallzahlen bundesweit unter anderem darauf zurück, dass immer mehr Menschen mit Holz heizen, und die Scheite dafür im Schuppen aufbewahren. Im Holz fühlen sich aber auch die Mäuse besonders wohl. „Wenn man dann seinen Schuppen ausfegt und den Staub und Mäusekot aufwirbelt und einatmet, kann es zur Infektion kommen“, erklärt der Amtsarzt. Er rät deshalb bei derartigen Arbeiten, einen Mundschutz zu tragen.

Das Robert-Koch-Institut rät außerdem dazu, betroffenen Flächen zur Staubverminderung anzufeuchten, Nagetierkadaver nur mit Handschuhen zu beseitigen und verschmutzte Flächen gründlich zu desinfizieren. Auch regelmäßiges Lüften wird empfohlen.

Von Kai A. Struthoff

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