Teure Gema-Tarife könnten Aus für Veranstaltungen bedeuten

Märkte und Feste sollen mehr Gebühren zahlen

Hersfeld-Rotenburg. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) darf die Gebühren für Weihnachtsmärkte und Straßenfeste mit Showbühnen ab sofort auf Grundlage der Gesamtveranstaltungsfläche berechnen. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschieden. Jetzt befürchten Weihnachtsmarktbetreiber aus der Region hohe Mehrkosten. Die Gema hält die Angst für unbegründet.

„Wir rechnen mit höheren Ausgaben von einigen tausend Euro“, klagt Philipp Kaufmann vom Stadtmarketing Bad Hersfeld. „Wenn das so weiter geht, können in Zukunft nur noch ganz große Weihnachtsmärkte überleben“, prognostiziert Kaufmann.

Gaby Schilcher, Pressesprecherin der Gema, bestreitet, dass die Musik-Gebühren für ein Weihnachtsmarktsterben sorgen werden. „Unsere bislangen Erfahrungen zeigen, dass die meisten Weihnachtsmärkte gar nicht von der veränderten Regelung betroffen sind“, sagt Schilcher. „Früher wurden solche Veranstaltungen nach Besucherzahlen oder der Größe der Tanzfläche berechnet. Die jetzige Erhebung nach der Gesamtveranstaltungsfläche ist besser nachvollziehbar“, meint Schilcher. Die Pressesprecherin gibt weiter zu bedenken, dass die Gema-Satzungen kompliziert seien. Veranstalter sollten sich direkt an die Gesellschaft wenden, um Fehler zu vermeiden.

Rotenburg umgeht die Änderungen mit einem festen Vertrag mit der Gema, rechnet aber laut Kerstin Schulz von der Tourist-Information im Falle einer Vertragsauflösung mit erheblichen Mehrkosten.

Bebra und Ronshausen sehen sich von den Änderungen aktuell noch nicht betroffen.

Hersfeld möchte mit gemafreier Musik die Gebührenabgaben senken. „Wir spielen abgewandelte Originale“ sagt Philipp Kaufmann, der allerdings Besucher-Beschwerden befürchtet.

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Von Juri Auel

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