Modellschule Obersberg verabschiedete Abiturienten und Absolventen der FOS

Macht das Beste draus

Mit Freude: Schulleiter Karl Weber überreichte seine letzten Reifezeugnisse. Er geht in den Ruhestand.

BAD HERSFELD. Nahezu 300 Abiturientinnen, Abiturienten sowie Absolventen der beruflichen Vollzeitklassen nahmen am Donnerstag in der Waldhessenhalle am Obersberg ihre Abschlusszeugnisse entgegen. Trotz des überaus vollen Programms gelang es den Verantwortlichen um Schulleiter Karl Weber, die zweieinhalbstündige Veranstaltung durchaus unterhaltsam, dabei aber stets ernsthaft, würdevoll und zu den richtigen Zeitpunkten sogar mit einigem Augenzwinkern zu gestalten. Einen wertvollen Beitrag dazu leisteten die Blechbläser sowie der Chor der Schule um den unentbehrlichen Ulli Meiß. Wesentlich zum Gelingen des Programms trug auch die Fähigkeit aller Redner bei, sich kurz zu fassen und dennoch ebenso inhaltlich wie unterhaltsam zu wirken. So beschränkten sich die Schulsprecherinnen Maike Simla und Agnieszka Wypart darauf, ihre Abschiedsworte „so kurz wie eine Liebeserklärung“ zu formulieren und schlossen mit der Aufforderung an ihre ehemaligen Mitschüler, „das Beste draus zu machen“.

Klaus Riedel, Studienleiter der Modellschule, forderte als Abiturredner seine ehemaligen Schützlinge dazu auf, ihr weiteres Leben durchaus zu planen, dabei aber das ungeplant Mögliche nicht als Gefahr, sondern als sympathischen Gedanken zu betrachten sowie Neues und Ungeplantes in ihr Leben einfließen zu lassen. Riedel warnte davor, das künftige Leben komplett zu beplanen und alles richtig machen zu wollen. „Wer alles richtig machen will, macht vieles falsch. Wer alles unter Kontrolle halten will, wird zum Kontrollfreak, der keine Neugier mehr entwickelt“, rief der Studienleiter seinem Publikum zu. Gerade jetzt, unmittelbar nach dem Schulabschluss, würden die jungen Menschen geradezu mit Fragen nach ihrem Lebensplan überschüttet, stellte Riedel fest. Er schloss mit den Worten der Schriftstellerin Juli Zeh: „Bilden Sie eine Schnittmenge zwischen dem, was Sie wollen und dem, was Sie können. Geraten Sie nicht in Panik, wenn diese Schnittmenge nicht hundert Prozent ergibt. Den Rest legen Sie getrost in Gottes oder des Schicksals oder des Zufalls Hand. Der Rest des Lebens beginnt weder nach dem Abitur, noch an Neujahr, sondern in jeder einzelnen Sekunde.“

Scheck für die Schule

Matthias Laufer-Klitsch übergab als Vorsitzender der Vereinigung ehemaliger Schüler der Alten Klosterschule und der Modellschule Obersberg einen Scheck über 2800 Euro, von denen 1000 Euro zweckgebunden für die Bibliothek der Schule vorgesehen sind. Für das kommende Jahr kündigte er einen noch höheren Betrag zur Gestaltung der dann neu errichteten Schulaula an.

Geduldig harrten Abiturienten und Absolventen, nahezu allesamt gekleidet in edle Tücher, der Dinge, die sich vor und auf der Bühne abspielten. Bei der Auszeichnung des Abi-Stars 2011 gab es stehende Ovationen und an Casting-Shows erinnernde Entzückensrufe.

Als bester Schüler bestand Philipp Gebhart die Prüfung der allgemeinen Hochschulreife mit der Traumnote 1,0.

Noch für einen weiteren Teilnehmer hieß es am Donnerstagabend Abschied zu nehmen vom großen Publikum der Schulentlassungsfeiern. In den Sommerferien geht der langjährige Schulleiter Karl Weber in den Ruhestand. Souverän widerstand Weber der Versuchung einer gewichtigen Abschiedsrede. Stets mit einem freundlichen Lächeln verabschiedete er sich von jeder Schülerin und jedem Schüler seines letzten Abiturjahrgangs. Für Karl Weber und seine ehemaligen Schüler begann bei jedem Handschlag der Rest ihres Lebens. Viel Glück!

Von Friedhelm Eyert

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