4. Deutscher Behindertentag: Selbsthilfegruppen boten Hilfe und Unterstützung an

Mut machen zum Leben

Über lustig geformte Luftballons freuen sich Menschen mit und ohne Behinderung.

Bad Hersfeld. Menschen im Rollstuhl oder mit anderen offenkundigen Behinderungen sind im Bad Hersfelder Stadtbild nichts Ungewöhnliches. Während des Behindertentages fällt jedoch auf, wie viele es gibt. „Gesunde neigen dazu, Behinderungen auszublenden“, stellt Bürgermeister Hartmut H. Boehmer fest. Dabei kann jeden von uns jederzeit der Schlag treffen: Ein Unfall, eine Hirnblutung, eine schwere Krankheit, ein Problem während der Geburt eines Kindes – es gibt viele Ursachen, die zu körperlicher, seelischer oder geistiger Behinderung führen können.

Gruppen bieten Hilfe

Das will der Deutsche Behindertentag bewusst machen, der am Samstag nun schon zum vierten Mal in Bad Hersfeld stattgefunden hat. Und er will noch viel mehr. Er will auch ermutigen. Selbsthilfegruppen aus dem ganzen Kreisgebiet stellen sich und ihre Arbeit vor und zeigen, wie Menschen mit ihren Behinderungen leben können, wo es Hilfe und Unterstützung gibt. Boehmer und alle anderen Redner dankten den Gruppen für ihr Engagement.

Und dass es auch Situationen gibt, in denen Rollstuhlfahrer die Nase vorn haben, das merkten die gesunden Kinder, die versuchten, mit einem Rolli einen Hindernisparcours zu absolvieren und dabei mühelos von einer kleinen Rollstuhlfahrerin überholt wurden.

Auch ein selbstverständliches Miteinander und gegenseitiges Unterstützen von Behinderten und Nichtbehinderten ist, so betonte Bertram Hörauf, Abteilungsleiter im Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, ein Ziel des Behindertentages. Die Aufgabe der Gesellschaft sei es, Behinderte nicht mehr zu separieren, zum Beispiel in eigenen Schulen und Heimen, sondern sie zu inkludieren. Als wichtige Punkte nannte er die Frühförderstellen, die Integration von behinderten Kindern in Regelkindergärten und Schulen, Einrichtungen des betreuten Wohnens oder familienentlastende Dienste. Eine Veranstaltung wie der Behindertentag in Bad Hersfeld sei vorbildlich.

Als Bereicherung für Stadt und Region würdigte Kreisbeigeordneter Reinhold Iffert den Behindertentag. Und Veranstalter Martin Ködding vom Klinikum dankte allen, die ihn ermöglicht haben, unter anderem der Reservistenkameradschaft, für ihre tatkräftige Unterstützung.

Bei den Auftritten der Tanzgruppen und Bands, vor allem der Timmy Rough Band und der Rodgau Monotones hatten dann Behinderte und Nicht-Behinderte gemeinsam viel Spaß.

Von Christine Zacharias

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