Anbau für die fünften und sechsten Klassen der Geistalschule wird umgebaut

Aus alt mach’ fast ganz neu

Im Moment gibt es freien Durchblick von einer Seite des Gebäudes zur anderen. Der Anbau der Geistalschule wird komplett entkernt und nach neuen energetischen Erkenntnissen wieder aufgebaut, erklärt Schulleiter Gerhard Vater. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Völlig frei schweift der Blick von Fenster zu Fenster, wo vor wenigen Wochen noch die fünften Klassen der Gesamtschule Geistal unterrichtet wurden. Das äußere Betonskelett ist alles, was noch stehen bleibt vom einstigen Förderstufentrakt, bevor Außenwände und Klassenräume neu dort aufgebaut werden.

Schon lange auf Wunschliste

Der Umbau des heruntergekommenen Anbaus stand schon lange auf der Wunschliste der Geistalschule, die in den vergangenen drei Jahren ein neues Musikhaus und neue Fachräume für die Naturwissenschaften erhalten hat. Nun freut sich Schulleiter Gerhard Vater, dass das Bauprojekt dank des Konjunkturprogramms von Land und Bund früher als geplant in Angriff genommen werden kann – auch wenn das Bauen eben wegen dieses Programms zurzeit teurer ist.

Der Anbau in seiner bisherigen Form war sowohl in Sachen Wärme- als auch Schalldämmung völlig überholt. Die Fensterscheiben waren seit Jahren angelaufen und halb blind, und es gab innerhalb des Betonskeletts jede Menge Ecken, die schwer sauber zu halten waren, erzählt Vater.

Fläche bleibt unverändert

Durch den Umbau wird die Grundfläche zwar nicht verändert, doch soll der zur Verfügung stehende Raum besser aufgeteilt werden. Sechs Klassenräume für eine Jahrgangsstufe sollen auf jeder Ebene entstehen, dazu jeweils ein Raum für das Lehrerteam und ein, beziehungsweise zwei Gruppenräume. Auf den nach wie vor großzügigen Fluren sind so genannte Arbeitsinseln vorgesehen. So soll es möglich sein, dass Kleingruppen individuell arbeiten können, ohne sich zu stören. Da die Klassenzimmer Fenster zu den Fluren erhalten, können die Lehrkräfte ihre Schüler dabei im Blick behalten. Mehr Offenheit ist der erwünschte Effekt dieser Fenster.

Von ähnlich umgebauten Schulen haben die Verantwortlichen der Geistalschule erfahren, dass diese Fenster für die Schüler schnell zur Normalität werden und nicht der Ablenkung dienen.

Für die Planung zeichnet Architekt Norbert Klos verantwortlich. Wegen der großen Zahl der kurzfristig zu planenden Projekte habe das Immobilienmanagement des Kreises auf externe Architekten zurückgreifen müssen, erläutert Vater und lobt die – so oder so – gute Zusammenarbeit.

1,3 Millionen Euro stehen für den Umbau zur Verfügung. Davon muss auch die Inneneinrichtung angeschafft werden. Dafür schwebt Vater unter anderem ein flexibles Tafelsystem, das auf Metallschienen rund um das Klassenzimmer angebracht ist, vor.

Neue Außenfassade

Neu gestaltet wird auch die Außenfassade. Wie die jedoch aussehen wird, ist im Moment noch in der Diskussion. Eines allerdings ist bereits klar. Zwei neue Außentreppen sollen für den Notfall als Fluchtwege angebaut werden.

Spätestens bis zu den Weihnachtsferien 2010 soll der Umbau abgeschlossen sein, sagt Vater. Bis dahin werden die Klassen in Containern, Fachräumen und anderen Räumen der Schule unterrichtet.

Von Christine Zacharias

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