Mehr als 20 000 Besucher pilgerten zum dreitägigen Festival der Reformation

Luther macht Spektakel

Ruth Wagner

Bad Hersfeld. Wenn Luther ruft, folgen viele Menschen. An dieser Tatsache hat sich in 490 Jahren nichts geändert. Mehr als 20 000 Besucher pilgerten nach Angaben des Kurbetriebs am Wochenende zum Festival der Reformation nach Bad Hersfeld. Sie reisten zurück ins Jahr 1521: Gaukler spielten, Mägde tanzten und Luther rief zum Aufstand gegen Rom und die Kirchenfürsten auf.

„Wir freuen uns, dass das Festival der Reformation so gut angenommen wird“, sagte Kurdirektor Christian Mayer gestern. Gemeinsam mit dem Kirchenkreis Bad Hersfeld, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, dem Europäischen Tourismusverbund Stätten der Reformation und dem Ski-Club Neuenstein hatte der Kurbetrieb einen Kraftakt geleistet. Bevor das Programm mit mehr als 50 Punkten beginnen konnte, war die Bühne in der Stiftsruine im Eiltempo aufgebaut worden. Pünktlich zur ausverkauften Eröffnungsfeier beherbergte sie am Freitag 1300 Gäste.

Ständiger Gast war auch die Sonne: Von der flammenden Eröffnungsfeier bis zum Gottesdienst mit Bischof Prof. Dr. Martin Hein am Sonntag zeigte sie ihr schönstes Lächeln.

Ein Fest für alle sollte es sein, sagte die ehemalige stellvertretende Ministerpräsidentin Hessens und Schirmherrin Ruth Wagner zu Beginn. Und dass es eins war, bekräftigte sie zum Abschluss: Jung und Alt aus nah und fern hätten sich in das Spektakel zwischen Buden und Bühnen gestürzt, die den Platz von der Stadtkirche über den Linggplatz bis zur Stiftsruine säumten.

„Das Programm hat jeden angesprochen“, sagte Wagner. Sie sei beeindruckt von der Gastfreundschaft der Bad Hersfelder.

Auch seitens der Kirche gab es Lob: „Das Festival ist eine wunderbare Verbindung von Volksfest und Diskussion über Inhalte“, sagte Theologe und DDR-Bürgerrechtler Dr. Friedrich Schorlemmer, der selbst Teil des Festivals war. Er sprach in der gut besetzten Stadtkirche über Luthers und den eigenen Kampf für die Freiheit – und über das, was nach dem Sieg bleibt: „Es gibt in der Freiheit so viele unfreie Menschen“, mahnte er.

Großer Empfang

Beim Endspurt am Sonntag liefen hundert Luther-Läufer im Hersfelder Stift ein. Sie waren an der Eisenacher Wartburg gestartet. Hinter ihnen lagen 61 Kilometer, vor ihnen eine etwa 70 Meter lange Frühstückstafel. Uwe Gathmann vom Ski-Club Neuenstein und Initiator des Laufes strahlte über einen solchen Empfang: „Wir sind begeistert von diesem Fest.“                            Fotos: Konopka Lokalseiten 2 und 3, Lokalsport, Zum Tage

Von Pia Schleichert

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