Die Schüler beschäftigten sich mit dem nachhaltigen Umgang mit Papier

Luther, iPad, Klopapier

Wasser, Zellulose und Altpapier: Maximilian Lyding und Niklas Will haben beim Tag der Nachhaltigkeit in der Geistalschule Papier geschöpft. Foto: Janz

Bad Hersfeld. Schüler der Geistalschule haben sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Papiers beschäftigt. Am ersten hessischen Tag der Nachhaltigkeit stellten sie ihren Schulkameraden vor, wie die Welt ohne Papier wäre, aber auch, was die Welt dieser wichtige Rohstoff kostet.

Jeder Deutsche verbraucht nämlich pro Jahr im Schnitt etwa 250 Kilogramm Papier. „Das ist sehr hoch“, erzählten Thaireser Bobrowski und Jenny Tausch aus der zehnten Gymnasialklasse. Ihr Geschichtskurs hat sich intensiv mit der Bedeutung von Papier beschäftigt. Und sie kannten noch eine bemerkenswerte Zahl: Für ein Kilogramm Papier werden bei der Herstellung hundert Liter Wasser verbraucht.

„Aber was wäre die Welt ohne Papier?“, fragten Marcel Becker und Sina Schneider an einem anderen Stand in der Aula der Geistalschule.

Zum Schreiben gebe es nur unpraktische Alternativen wie Wachstafeln und Tierhäute. Doch auch ansonsten sei Papier fast überall vorhanden, vom Klopapier bis zur Spielkarte. „Ohne Papier hätte es auch die Reformation nicht gegeben“, sagte Becker und zeigte auf eine Informationstafel über Luther und den Buchdruck.

Aber in Zukunft könne auf Papier zumindest teilweise verzichtet werden. „Wer schleppt schon 35 000 Bücher mit sich rum?“, fragte Cordula Apel. So viele Werke passen in den Speicher eines neuen Tablet-PCs wie dem iPad.

Die Zeitung der Zukunft

Die Schülerin kann sich gut vorstellen, die Zeitung künftig auf dem Bildschirm zu lesen. Das sieht Lena Lochhaas anders: „Ich habe lieber eine richtige Zeitung in der Hand.“

Der Aktionstag zum nachhaltigen Umgang mit Papier hatte noch mehr zu bieten. Die Klasse 6e hat Papier selbst geschöpft und daraus Schachteln und Uhren gebastelt. Karten für jede Gelegenheit stellte die Klasse 5f her. Papierskulpturen gab es von der Gymnasialklasse 10a.

Eine achte Klasse griff eine Idee der Organisatorin, der Lehrerin Ute Junghanns, auf und schneiderte Kleidung aus Papier. „Ich kann mich zwar kaum setzen, aber ich fühl’ mich darin wohl“, sagte Schülerin Christina Nohn, die in einem Kleid aus Zeitungspapier steckte.

Bei der Modenschau bekamen die Schüler für ihre dreiwöchige Schneiderarbeit viel Applaus.

Von Marcus Janz

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