Claudia Wehrle leistet gerne Aufbauarbeit – zurzeit im Mehrgenerationenhaus Dippelmühle

Lust auf neue Aufgaben

Ein bisschen wie in Omas Wohnstube sieht es im Café Mühle im Mehrgenerationenhaus aus. Dort wird jeder Gast herzlich empfangen. Das ist das Anliegen von Claudia Wehrle, der Leiterin des Hauses. Foto:  Zacharias

Bad Hersfeld. Zufrieden zurücklehnen, die Füße hochlegen und das bisher Erreichte betrachten – das ist Claudia Wehrles Sache nicht. Seit 26 Jahren steht sie in den Diensten der Stadt und hat seitdem schon jede Menge Impulse gegeben. Sie hat die Kindertagesstätte Rosengasse mit dem ersten Hort der Kreisstadt als Leiterin miteröffnet. Pionierarbeit leistete sie auch bei der ersten Kinderkrippe am Kirchplatz. Das Café Krümel, ein offenes Angebot für junge Mütter mit ihren Kindern, das in lockerer Atmosphäre Beratung und Unterstützung bietet, hat sie gemeinsam mit Familienhebamme Iris Egel ins Leben gerufen und jetzt ist sie seit eineinhalb Jahren mit dem Aufbau des Mehrgenerationenhauses Dippelmühle beschäftigt.

„Ich will nicht stehenbleiben, das ist mein eigener Anspruch“, sagt Claudia Wehrle. Deshalb ist es ihr ein Anliegen, nicht nur eigene Ideen zu entwickeln, sondern sie auch umzusetzen. Bevor sie ein neues Projekt in Angriff nimmt und eine Konzeption entwickelt, informiert sich Claudia Wehrle erst einmal, wie Dinge anderswo laufen, am besten direkt vor Ort und im Alltagsgeschäft. Das, was gut funktioniert und ihr gefällt, übernimmt sie dann für ihre eigenen Projekte.

Ständige Weiterentwicklung

Sie legt zudem großen Wert darauf, dass so ein Konzept nicht für alle Zeiten festgeschrieben bleibt. „Das wird ständig überdacht und überarbeitet“, betont Wehrle und freut sich, dass ihre Kolleginnen in der Dippelmühle dabei so engagiert mitmachen. „Der Prozess der ständigen Weiterentwicklung, das ist mir schon sehr ähnlich“, meint Wehrle. Ruhiger werden könne sie später immer noch, sagt die 45-Jährige. Vor einem Jahr beendete sie die Ausbildung zur systemischen Beraterin.

Dabei sieht sie sich selbst ganz und gar nicht als Karrierefrau. Im Rampenlicht stehen, als Chefin exponiert sein, das mag sie überhaupt nicht. „Das funktioniert nur als Ganzes“, sagt sie über die Dippelmühle, „das geht nur mit einem guten Team.“ Deshalb freut sie sich über das gute Einvernehmen mit ihrer Stellvertreterin Barbara Rode. „Wir ergänzen uns gut“, findet sie. Ideen gemeinsam entwickeln und umzusetzen, alle miteinzubeziehen, das macht ihr Freude. Dass sie dabei immer das Vertrauen ihres Arbeitgebers, besonders in Person des ehemaligen Bürgermeisters Hartmut H.Boehmer und seine Unterstützung genoss, hat ihr ermöglicht, diese städtischen Projekte erfolgreich umzusetzen.

Erzieherin wollte Claudia Wehrle eigentlich gar nicht werden. „Maskenbildnerin war mein Traum“, erzählt sie. Um die Wartezeit auf einen Ausbildungsplatz zu überbrücken , stand zunächst nur ein Praktikum im Kindergarten Sorga zur Verfügung. „In den ersten Wochen haben mich die Kinder nur genervt“, erinnert sich Claudia Wehrle. Doch dann fing die Arbeit an ihr soviel Spaß zu machen, dass sie sie als ihren Beruf wählte. „Ich habe gelernt, was Kinder einem geben können und wie schön es ist, Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu fördern“, sagt Wehrle.

Damit sie das auch in der eigenen Familie und ihrem inzwischen 13 Jahre alten Sohn tun kann, ist es Claudia Wehrle wichtig, in Teilzeit zu arbeiten. Wenn dann noch Freizeit bleibt, liest sie gerne und viel, genießt die Natur und ihren Garten und lernt die Welt beim Reisen kennen.

Von Christine Zacharias

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