Lullusfest soll Kulturerbe werden

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Die Stadt Bad Hersfeld bemüht sich bei der UNESCO darum, das Lullusfest als „immaterielles Weltkulturerbe“ anerkennen zu lassen. Ungeachtet dessen laufen die Vorbereitungen für das Lullusfest 2011 auf Hochtouren: Auf dem Marktplatz stehen die Fahrgeschäfte schon dicht an dicht, und neben der Feuergrube wird ordentlich Holz aufgestapelt (Foto), damit das „Fierche“ als Symbol des Festes ab Montag lustig brennen kann. „Lolls“ ist in Bad Hersfeld vom 10. bis zum 17. Oktober.

Bad Hersfeld. Die Stadt Bad Hersfeld bemüht sich bei der UNESCO um die Anerkennung des Lullusfestes als „immaterielles Kulturerbe“.

Ein entsprechender Antrag wurde aufgrund eines Beschlusses der Lullusfestkommission bei der deutschen UNESCO-Kommission in Bonn gestellt.

Begründet wird die Initiative mit den Besonderheiten des traditionsreichen Volksfestes wie etwa dem „Fierche“, dem Lullusfeuer. Außerdem erhebt das seit 852 bestehende Hersfelder Heimatfest den Anspruch, das älteste des Landes zu sein.

„Leider fehlt es in Deutschland noch an der nötigen Rechtsgrundlage für immaterielle Kulturgüter,“ erklärt dazu Wilfried Roßbach von der Stadtverwaltung, der das Lullusfest alljährlich organisiert. Deshalb habe die Stadt bisher nur einen Zwischenbescheid aus Bonn erhalten.

Auch der Deutsche Schaustellerbund, die Spitzenvereinigung des deutschen Schaustellergewerbes, hat beantragt, die deutsche Volksfestkultur als immaterielles Kulturgut anzuerkennen. Hierüber sei es ebenfalls möglich, das Lullusfest als Kulturgut schützen zu lassen, erläuterte Roßbach und fügte hinzu: „Na, vielleicht klappt es ja!“

Lollsmontag 2010

Lollsmontag 2010

Nicht abwegig

Völlig abwegig sind die Bad Hersfelder Bemühungen übrigens nicht: Auf der UNESCO-Liste befinden sich bereits Veranstaltungen wie der Jahrmarkt von Houtem, der Karneval von Aalst (beide Belgien), die Springprozession von Echternach (Luxemburg) sowie Faschingsumzüge in traditionellen Masken aus der Gegend von Hlinecko (Tschechische Republik), um nur einige europäische Beispiele zu nennen.

Die Bundesrepublik hat das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes jedoch bislang nicht ratifiziert.

Bund und Länder befinden sich schon seit längerer Zeit in der Prüfungsphase.

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