Die Kontakte zwischen Malmesbury und Bad Hersfeld sollen intensiver werden

Lullus lässt grüßen

Royaler Besuch: Camilla Mountbatten-Windsor, die Duchess of Cornwall, hat Malmesbury nach dem Hochwasser besucht. Unser Bild zeigt sie (ausnahmsweise ohne Hut) mit Ray Sanderson. Foto: nh

Bad Hersfeld. Seit dem Lullusfest hat Bad Hersfeld einen ganz besonderen Platz im Herzen von Ray Sanderson. Der sympathische Bürgermeister der englischen Gemeinde Malmesbury, der Heimat von Stadtgründer Lullus, war im Oktober Ehrengast auf Lolls und setzt sich seither mit voller Kraft für den Ausbau der Freundschaft zwischen beiden Städten ein.

Sein wichtigster Ansprechpartner in Bad Hersfeld ist dabei Dr. Sigmar Gleiser, der seinerzeit bei einer Privatreise nach Malmesbury den Kontakt hergestellt hatte. Jetzt war Gleiser im Auftrag von Bürgermeister Thomas Fehling und dem 1. Stadtrat Dr. Rolf Göbel erneut in England.

Botschafter Bad Hersfelds

Als offizieller Vertreter der Stadt nahm der dort auf Einladung von Ray Sanderson am „Malmesbury Mayors Ball“ teil, einer feierlichen Wohltätigkeitsveranstaltung in England, die in der großen Halle des örtlichen Rathauses stattfand. An der Wand prangte dort den ganzen Abend lang auch die Hersfeld-Fahne, die Gleiser mitgebracht hatte.

In vielen Reden der englischen Gastgeber wurde die beginnenden Freundschaft zwischen beiden Orten gewürdigt, und auch Sigmar Gleiser betonte in einer kleinen Ansprache auf Englisch, die Besonderheit der Verbindung. „Immerhin war unser Stadtgründer ein Mönch aus der Abtei von Malmesbury.“ Dort finden sich immer noch Hinweise auf Lullus, der von dort aufbrach, um unsere Region zu christianisieren.

Heute geht es indes um viel irdischer Themen beim Austausch beider Städte. So berichtet Gleiser von großem Interesse an Kultur-Veranstaltungen, wie etwa einem Besuch der Ulli-Meiß-Chöre in England. Auch Carsten Backhaus, der Schulleiter der MSO, soll sich bereits interessiert gezeigt haben. Kontakte bahnen sich auch zwischen den Rotary-Clubs beider Gemeinden an.

Nach seinem Besuch lobt Gleiser die großartige Gastfreundschaft der Engländer. Dabei war die Stadt erst vor kurzem von einer Hochwasser-Überflutung betroffen, weshalb auch Camilla, die Lebensgefährtin von Prinz Charles, dessen Adelssitz High-Grove in der Nähe von Malmesbury liegt, zu einem offiziellen Besuch kam.

Auch wenn es bis zu einer offizielle Städtepartnerschaft schon aus formalen und finanziellen Gründen noch eine Weile dauern wird, sie doch das Interesse auf beiden Seiten groß, der Reisebericht sei im Hersfelder Rathaus auf „offene Ohren“ gestoßen, berichtet Sigmar Gleiser.

Der 71-Jährige, der Sohn des ehemaligen Leiters der Luisenschule ist, lebt nach langen Jahren in Frankfurt nun wieder in Bad Hersfeld. Er weiß, dass der Kontakt zwischen Bad Hersfeld und Malmesbury natürlich auch am persönlichen Engagement einzelner hängt. Gleiser will sich deshalb dabei weiter einbringen und hofft auf Mitstreiter.

Von Kai A. Struthoff

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