Feier zum 66. Jahrestag der Luftschlacht über dem Kreisgebiet

Luftkampf 1944 eint heute zwei Nationen

James C. Baynham

Hersfeld-Rotenburg. Von Menschenmassen umringt war gestern Vormittag die Fliegergedenkstätte im Wald bei Friedlos. Trotz des schlechten Wetters kamen viele Ludwigsauer, aber auch Zuhörer aus dem Landkreis und benachbarten Bundesländern, um diese in ihrer Form bundesweit einzigartige Veranstaltung zu erleben. Seit 1990 kommen die Feinde von einst an diese Stelle im Seulingswald, um sich in Freundschaft gegenüber zu stehen, im Gedanken der Versöhnung, aber auch in der Freude darüber, überlebt zu haben.

Seit 20 Jahren erinnern dort Gedenksteine mit den Namen von 118 amerikanischen und 18 deutschen Fliegern an einen der verlustreichsten Luftkämpfe des Zweiten Weltkrieges. Das Desaster der „Kassel Mission“ vom 27. September 1944 eint die Gegner von einst. Im Jahr der deutschen Einheit wurde die Gedenkstätte eingeweiht, und zum ersten Mal bildeten am 1. August 1990 amerikanische Bomberbesatzungen und deutsche Jagdflieger einen feierlichen Kreis der Verbundenheit.

Walter Hassenpflug

Der Friedloser Walter Hassenpflug, der als Zwölfjähriger einen abgesprungenen Amerikaner an der Solz aufspürte, hatte ab dem Jahr 1986 Kontakte zu den Fliegern in Deutschland und den USA geknüpft und sich zum Wegbereiter der Versöhnung gemacht. Ein Gedanke, der auch am 66. Jahrestag auf große Resonanz stieß. Aus den USA reisten James C. Baynham und Joseph A. Reus an, zwei Flieger, die nach dem Abschuss ihrer Maschinen in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten waren. Von deutscher Seite kamen die Jagdflieger Gerhard Kott und Heinz Federwisch vom damaligen Jagdgeschwader 4. Beide sind bereits 87 Jahre alt.

Fotos von der Gedenkstätte

Gedenkstätte im Seulingswald

Von Kurt Hornickel

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