Dong-Energy: 500-Millionen-Euro-Projekt ist derzeit nicht rentabel

Ludwigsau: Investor stoppt Kraftwerksbau

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Ludwigsau. Der dänische Energie-Konzern Dong Energy baut kein Gasturbinen-Kraftwerk in der Fuldaaue in Ludwigsau. „Die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen lassen es nicht zu, ein solches Kraftwerk wirtschaftlich rentabel zu betreiben“, bestätigte die Unternehmenssprecherin, Iris Franco-Fratini, entsprechende Informationen unserer Zeitung. Das Großprojekt würde schätzungsweise eine halben Milliarde Euro kosten.

Dong will nun versuchen, seine Rechte für den Kraftwerksbau an einen anderen Energiekonzern zu verkaufen. „Wir haben auf eine andere Entwicklung gehofft und uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Franco-Fratini. Allerdings setze die Politik derzeit mehr auf Kohlekraftwerke, und eine Änderung dieser Haltung sei weder in Deutschland noch in Europa erkennbar.

Dong wolle sich deshalb künftig vermehrt um Offshore-Windparks und die Erkundung von Gas- und Öl-Vorkommen kümmern. Gleichwohl sollen alle notwenigen planerischen Vorgaben in Ludwigsau weiter erfüllt werden, damit ein möglicher neuer Investor ohne Zeitverlust das Projekt fortführen könnte.

Ludwigsaus Bürgermeister Thomas Baumann reagierte enttäuscht auf die Entscheidung von Dong, die für ihn „überraschend und schlagartig“ kam. Die Gemeinde und auch die Wirtschaftsförderung des Kreises hätten nichts falsch gemacht, sondern alle notwendigen Genehmigungen vorliegen. „Wir hatten sogar schon einen Termin für die Bürgerinformation abgestimmt“, sagte Baumann. „Das Projekt ist gestoppt, aber noch nicht gestorben“, meint der Bürgermeister, der bereits versucht, Kontakte zu neuen Investoren herzustellen.

Auch Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt bedauert den Stopp des Projekts, eben weil alle Genehmigungen vorliegen. „Ich hoffe sehr, dass die jahrelangen Arbeiten und Vorbereitungen nicht umsonst waren“, sagte er. Zum Tage, Seite 2

Von Kai A. Struthoff

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