Raubkatzen ziehen durch Waldhessen – Ansiedlung noch unklar

Luchse streifen durch die Wälder im Kreis

Hersfeld-Rotenburg. In Waldhessen ist der Luchs los: Immer wieder stoßen Förster und Jagdpächter auf Spuren der großen Wildkatzen. Aber richtig gesehen haben sie nur wenige.

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„Wir haben hier Luchse, aber ob es immer dieselben sind, ist unklar“, erzählt Jens Müller, Leiter des Forstamtes Bad Hersfeld. Die Luchse sind allerdings durch ihr Streifgebiet von mindestens 20 000 Hektar nur schwer in den 50 000 Hektar großen Waldgebieten des Kreises zu sichten. Aber: „Der Luchs ist in Waldhessen präsent“, sagt auch Dr. Hans-Werner Führer, Leiter des Forstamtes in Rotenburg. Es gebe es allerdings noch keine Fotobeweise, wie im Schwalm-Eder-Kreis, sondern bisher nur Pfotenabdrücke und gerissene Tiere. „Der Luchs reißt das Tier an einer Körperstelle an und frisst dann nur einen Teil. Den Kadaver versteckt er und frisst später daran weiter“, erklärt Jagdpächter Michael Gauller.

Mit den vor drei Jahren erstmals wieder aufgetauchten Raubkatzen sind auch Schwierigkeiten verbunden. In jedem Jahr muss eine gewisse Zahl des Rehbestands geschossen werden, damit die Rehe nicht die jungen Bäume des Waldes zerbeißen. Wenn Luchse durch den Wald streifen, verstecken sich die Rehe, was es für Jäger komplizierter macht, den Bestand im Auge zu behalten und zu kontrollieren. „Dennoch freuen wir uns über die Rückkehr der beinahe ausgerotteten Raubkatze und werden das Problem schon in den Griff kriegen“, sagt Führer.

Auch der Luchsbeauftragte für den Kreis, Dr. Wolfgang Fröhlich, meint, dass es sich die Luchse im Kreis bequem machen. „Mich würde nicht wundern, wenn sich die Luchs im Norden des Kreises angesiedelt haben“, so Fröhlich, Leiter des Wildparks Knüll. Allerdings seien bisher noch zu wenig Luchse gesehen worden, um Genaueres sagen zu können. Wer einen Luchs beobachtet, soll sich deshalb melden.

Kontakt: Dr. Wolfgang Fröhlich 06694/91 02 59. Seite 2

Von Magdalena Dräger

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