Experten warnen: Last ist oft schlecht gesichert / Seminar soll helfen

Lose Ladung wird zur tödlichen Gefahr

Hersfeld-Rotenburg. Für die Beamten der Autobahnpolizei und die Mitarbeiter der Straßenmeistereien ist es ein gefährliches Tagesgeschäft: Immer wieder liegen auf der Autobahn verlorene Gegenstände herum. Dabei geht es nicht nur Fahrräder von Privatwagen oder Reifenteile, sondern auch Holz oder Eisenteile sausen von den Ladeflächen von Lastwagen.

Mindestens 37 Lkw-Unfälle wurden durch schlecht gesicherte Ladung auf Autobahnen im Kreisgebiet in 2009 ausgelöst. Auf den Landes- und Kreisstraßen in Waldhessen gab es 14 Lkw-Unfälle durch schlecht gesicherte Ladung. Diese Zahlen nennt Polizeihauptkommissar Reinhold Haag, Fachmann für Verkehrsangelegenheiten im Landkreis. Häufig werden Gegenstände schadlos überrollt oder rechtzeitig aufgelesen, was die Unfallzahlen vergleichsweise gering hält.

Das ist in den Augen von Jürgen Freigang, ein wahres Wunder. Als Bediensteter des Regierungspräsidiums Gießen kontrolliert er regelmäßig Lastwagen. Dabei stellt er häufig fest, dass die Lastwagenfahrer weder über die Einhaltung von Lenkzeiten, noch die richtige Ladungssicherung Bescheid wissen. Dieser Teil des Alltags komme in der Führerscheinausbildung noch gar nicht vor.

Erst ab 2014 werden diese Kenntnisse Teil einer 35 Stunden umfassenden Zusatzausbildung gesetzlich vorgeschrieben. Freigangs Forderung: „Bei der Ladungssicherung müssen Spediteure, Versender und Verlader mit in die Pflicht genommen werden.“ Man könne nicht alles auf die Fahrer abwälzen.

Weil Berufskraftfahrer nicht nur andere, sondern auch sich selbst in Gefahr bringen, organisierte die Unfallkasse Hessen zusammen mit Andreas Skrzyszowski bei der Bad Hersfelder Feuerwache ein Vorbeugungsseminar für die Mitarbeiter der Bauhöfe in den 20 Städten und Gemeinden im Kreis.

Gefahrgut- und Verkehrsexperte Freigang war dabei von der Unfallkasse Hessen als Referent verpflichtet worden. LOKALSEITE 2/ZUM TAGE

Von Kurt Hornickel

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