Schausteller räumten den Platz – Markt ab Freitag wieder freigegeben

Lolls-Uhr ist abgelaufen

Schluss mit gruselig: (von links) Steve Peters und René Huub nahmen gestern die Geisterbahn „Haunted Mansion“ auseinander – zu Deutsch Spukvilla. Fotos: Hempel

Bad Hersfeld. Wer ein paar hundert Schrauben zu drehen hat, muss früh aufstehen. Spätestens um acht Uhr morgens hörte und sah man am Bad Hersfelder Markt, dass die Schausteller am Abbauen und Einpacken sind. Hämmernd und werkelnd – so, wie sie gekommen waren, gingen sie nach acht Tagen Lullusfest auch wieder auseinander.

Frank Roos, der zum ersten Mal mit seiner Kinderachterbahn „Willy, der Wurm“ beim Lullusfest war, ist zufrieden. Gegen Mittag hat er mithilfe seiner beiden Angestellten und einer Aushilfskraft alles auf Lkw-Hänger verstaut – Wagen, Schienen, Rollen und was sonst noch dazu gehört. Beim Abbau hat Roos keine Zeit verplempert: „Wir haben schon gestern Abend mit den ersten Vorbereitungen angefangen.“ Weiter geht es in die Eifel, zur Kirmes in Euskirchen, im November zum Hamburger Winterdom und von dort aus zurück nach Düren. Dort macht Willy der Wurm Winterpause.

Der Autoskooter wird erst heute fertig abgebaut. „Wir können uns Zeit lassen“, sagte Heiner Distel. „Wir sind erst wieder im März unterwegs und fahren jetzt erst mal nach Hause, nach München.“ Hans-Peter Markmann aus Bonn hatte sein Fahrgeschäft noch am Dienstagabend fertig eingepackt. „Einpacken geht schneller als Auspacken“, so Markmann.

Zeit für den Schausteller, Bilanz zu ziehen: „Wir waren zum ersten Mal mit dem ‘Hexentanz’ hier. Wir sind sehr zufrieden, dass es so gut angenommen wurde.“ Im nächsten Jahr möchte er wieder mit der Schiffsschaukel „Nessy“ zum Lullusfest kommen.

Ab nach London

Johan Hinzen hatte es am weitesten nach Bad Hersfeld – und einen langen Weg hat er noch vor sich. Mit seinem Gruselhaus „Haunted Mansion“ ist der Niederländer von November bis Januar bei der „Winter Wonderland“-Kirmes im Londonder Hyde Park dabei. „Mit fünf Anhängern transportieren wir das ganze Haus dahin“, sagte Renée Huub, Mitarbeiter der Geisterbahn.

„Einpacken geht schneller als Auspacken.“

Hans-Peter Markmann, Schausteller

Nicht nur die Großen, auch die Kleinen müssen wieder vom Marktplatz verschwinden. Großes Aufräumen war auch in der Mandelbrennerei von Viola und Uwe Wynohradnyk angesagt. Tütenweise verpackten die Mitarbeiter die Leckereien. „Wir haben das Glück, dass wir es mit einem Lebensmittel aus Zucker zu tun haben – Zucker ist das beste Konservierungsmittel, das es gibt“, sagte Viola Wynohradnyk. „Alle anderen Sachen, die nicht haltbar sind, produzieren wir so, dass am Ende alles weg ist. Was dann doch übrig bleibt, teilen wir unter der Mannschaft auf.“ Gestern waren das Tüten voller Popcorn.

Heute und morgen wird der Markt gefegt, auch die Parkbügel und Blumenkübel fehlen noch, sagt Wilfried Roßbach von der Stadtverwaltung. Zum Parken ist der Markt wieder ab Freitag freigegeben.

Von Claudia Hempel

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