Stadt Bad Hersfeld hat für ihr traditionsreiches Heimatfest Antrag bei der UNESCO gestellt

Lolls soll Kulturerbe werden

Bad Hersfeld. Die Stadt Bad Hersfeld bemüht sich bei der UNESCO um die Annerkennung des Lullusfestes als „immaterielles Kulturerbe“. Ein entsprechender Antrag wurde aufgrund eines Beschlusses der Lullusfestkommission bei der deutschen UNESCO-Kommission in Bonn gestellt.

Begründet wird die Initiative mit den Besonderheiten des traditionsreichen Volksfestes wie etwa dem „Fierche“, dem Lullusfeuer. Außerdem erhebt das seit 852 bestehende Hersfelder Heimatfest den Anspruch, das älteste des Landes zu sein.

Rechtsgrundlage fehlt noch

„Leider fehlt es in Deutschland noch an der nötigen Rechtsgrundlage für immaterielle Kulturgüter“, erklärt dazu Wilfried Roßbach von der Stadtverwaltung, der das Lullusfest alljährlich organisiert. Deshalb habe die Stadt bisher nur einen Zwischenbescheid aus Bonn erhalten. Auch der Deutsche Schaustellerbund, die Spitzenvereinigung des deutschen Schaustellergewerbes, hat beantragt, die deutsche Volksfestkultur als immaterielles Kulturgut anzuerkennen. Hierüber sei es ebenfalls möglich das Lullusfest als Kulturgut schützen zu lassen, erläuterte Roßbach und fügte hinzu: „Na, vielleicht klappt es ja!“

Nicht abwegig

Völlig abwegig sind die Bad Hersfelder Bemühungen übrigens nicht: Auf der UNESCO-Liste befinden sich bereits Veranstaltungen wie der Jahrmarkt von Houtem, der Karneval von Aalst (beide Belgien), die Springer-Prozession von Echternach (Luxemburg) sowie Faschgingsumzüge in traditionellen Masken aus der Gegend von Hlinecko (Tschechische Republik), um nur einige europäische Beispiele zu nennen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes jedoch bislang noch nicht ratifiziert. Bund und Länder befinden sich schon seit längerer Zeit in der Prüfungsphase.

Von Karl Schönholtz

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