Angeklagter bot Opfer 10.000 Euro Schmerzensgeld an

Lolls-Schlägerei: Staatsanwalt fordert vier Jahre und zwei Monate Haft

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Fulda/Bad Hersfeld. Im Prozess gegen den mutmaßlichen Lolls-Schläger vor dem Landgericht Fulda hat die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von vier Jahren und zwei Monaten wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung beantragt.

Der Staatsanwalt stützte sich in seinem Plädoyer auf die Taten, die dem Schausteller aufgrund seines Geständnisses sowie Zeugenaussagen nachzuweisen seien.

Danach sei er nach einer Auseinandersetzung im beziehungsweise vor dem News-Café mit einer Aluminiumstange zum Ort des Geschehens zurückgekehrt und habe damit zwei Menschen verletzt - einen davon lebensbedrohlich.

Die Verteidigung sah hingegen in beiden Fällen nur den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung erfüllt und plädierte auf eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten.

Dem angeklagten Schausteller aus Niedersachsen wird vorgeworfen, in der Nacht zum 17. Oktober 2014 am Rande des Lullusfests einen Unbeteiligten mit einer Aluminiumstange lebensbedrohlich verletzt zu haben. Der Prozesstag am Montag  hatte zunächst mit einer Sitzungsunterbrechung begonnen.

Der Angeklagten bot über seine Verteidiger dem Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro an. Der Vertreter der Nebenklage, der frühere Fuldaer Landrat Fritz Kramer, lehnte das jedoch als unangemessen ab.

Die Verteidiger betonten hingegen, dass dieses Angebot ein erstes Zeichen des Entgegenkommens sei und damit keine Abgeltung von Ansprüchen verbunden sei. Das Gericht schlug als Kompromiss vor, die 10.000 Euro als Anzahlung für ein mögliches Schmerzensgeld zu werten.

Damit der Nebenklage-Vertreter diesen Vorschlag mit seinem Mandanten besprechen kann, wurde die Verhandlung für 30 Minuten unterbrochen. (jce)

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