"Es war das reinste Chaos"

Lolls-Schlägerei: Gericht vernimmt früheren Mitverdächtigen

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Fulda/Bad Hersfeld. Im Prozess gegen den sogenannten Lolls-Schläger vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Fulda wurde am Mittwoch ein Schausteller-Kollege des Angeklagten vernommen.

Der 30 Jahre alte Betreiber eines Laufgeschäftes aus Oldenburg war zeitweilig verdächtig, bei der blutigen Auseinandersetzung am Morgen des 17. Oktober vergangenen Jahres ebenfalls mit einer Metallstange zugeschlagen zu haben.

Bei der Schlägerei vor einer Gaststätte am Rande des Festplatzes waren mehrere Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Das Verfahren gegen den Oldenburger wurde jedoch mittlerweile eingestellt, weil ihm ein Tatbeitrag nicht nachzuweisen war.

Im Zeugenstand erinnerte sich der 30-Jährige, der nach einem Schaustellertreffen an der Feuergrube mit einigen Kollegen noch in das Lokal weitergezogen war, an einen zunächst nur verbalen Streit mit ihm unbekannten Gästen. Sicherheitskräfte setzten die Störenfriede an die frische Luft. Draußen habe sich die Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten fortgesetzt.

"Das war das reinste Chaos", sagte der Zeuge, der nun selbst Schläge bezog, plötzlich am Boden lag und sich zwischen die Geschäfte des Rummels flüchtete. Er habe sich dann etwa 20 Minuten am Riesenrad versteckt und sei dann schlafen gegangen. Von Attacken mit einer Vierkantstange habe er nichts gesehen, beteuerte der Oldenburger, auch niemanden, der schwer verletzt in seinem Blut am Boden lag. Wer an der Schlägerei beteiligt war, könne er nicht sagen.

Angeklagt ist in dem Prozess ein 25-Jähriger aus dem Raum Vechta. Ihm wirft Staatsanwalt Andreas Hellmich unter anderem versuchten Mord und versuchten Totschlag vor. Bislang schweigt der junge Mann. Die Beweisaufnahme wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen: Die Prozesstermine reichen bereits bis ins nächste Jahr. (ks)

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