Aktuelle Informationen

Lokführer-Streik: Was Sie wissen sollten, wie Sie ans Ziel kommen

Schon wieder Streik: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat ihre Mitglieder für Mittwoch und Donnerstag zur Arbeitsniederlegung im Personenverkehr aufgerufen. Foto: dpa

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat für Mittwoch und Donnerstag Streiks im Personenverkehr angekündigt. Alles, was Sie dazu wissen sollten, finden Sie hier.

Trotz des Streiks halten im Bahnhof Wilhelmshöhe (Kassel) Züge. Der private Anbieter Eurobahn fuhr am Mittwochmorgen beispielsweise nach Münster. Der Ersatzfahrplan der Bahn ist laut einer Pressemitteilung "weitgehend stabil angelaufen". Die Bahn unternehme alles, um die Auswirkungen für Kunden so gering wie möglich zu halten. "Dennoch lassen sich Beeinträchtigungen des Zugverkehrs nicht vermeiden. Die DB bedauert dies außerordentlich und verweist ausdrücklich auf die alleinige Verantwortung der GDL", heißt es in der Erklärung.

Im Fernverkehr werden am Mittwoch statt der üblichen 805 Züge 244 eingesetzt. Im Regionalverkehr fahren nur 15 bis 60 Prozent der Züge im gesamten Bundesgebiet.

Wann genau wird überhaupt gestreikt?

Der Streik im Personenverkehr beginnt laut Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Mittwoch, 22. April, um 2 Uhr und endet am Donnerstag, 23. April, um 21 Uhr. Das sind 43 Stunden. Der Streik im Güterverkehr geht von Dienstag (15 Uhr) bis Freitag (9 Uhr) – 66 Stunden.

Was bedeutet das für die Kunden?

Während des Streiks werden die Lokführer der GDL keine Züge fahren. Der Gewerkschaft gehört die Mehrzahl der Lokführer der Bahn an. Folge: Schätzungsweise zwei Drittel der Fernzüge werden deshalb im Rahmen des Notfahrplans der Bahn gestrichen werden. Dieser ist bisher noch nicht veröffentlicht. Die Regiotram Kassel ist von dem Streik nicht betroffen.

Welche Alternativen gibt es für die Fahrgäste?

Gerade in Südniedersachsen kann man viele Ziele mit den Privatbahnen erreichen, die nicht bestreikt werden. In der Region fahren der Metronom (Göttingen-Hannover-Uelzen-Hamburg), der Cantus (Göttingen-Kassel sowie Göttingen-Fulda) sowie die Nord-West-Bahn (Kreiensen-Paderborn und Göttingen-Ottbergen).

Mit der Mitfahrzentrale oder BlaBlaCar lassen sich ebenso Mitfahrgelegenheiten organisieren.

Wie sieht es mit den Fernbussen aus?

Sie sind natürlich während des Streiks eine Alternative. Aber die Unternehmen haben wegen der verstärkten Nachfrage bereits mit deutlichen Preissteigerungen reagiert. So gibt es die einfache Fahrt mit dem Fernbus am Mittwoch von Göttingen nach Berlin derzeit nur noch für 32 Euro – am Wochenende kosteten die Tickets noch 18 Euro. Weitere Infos: www.busliniensuche.de, www.fahrtenfuchs.de und www.goeuro.de.

Seit Dienstag gibt es mit Megabus einen neuen Anbieter, der jetzt auch Fahrten von Kassel-Wilhelmshöhe aus ermöglicht. Daneben fahren ab Kassel weiter die etablierten Anbieter wie Flixbus (Kaufungen) oder Postbus.

Weitere Fernbus-Informationen aus Kasseler Sicht gibt es auf Kassel-Live.  

Was plant die Bahn während des Streiks?

Das Unternehmen hat einen Ersatzfahrplan angekündigt. Erfahrungsgemäß wird zumindest auf den ICE-Fernstrecken ein Ein- bis Zwei-Stunden-Takt angeboten. IC- und Nahverkehrs-Verbindungen werden oftmals gestrichen.

Wie kann man Informationen bekommen?

Die Nummer der Servicehotline lautet: 0180/6996633 (20 Cent/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf). Zudem ist seit Mittwochmorgen die kostenlose Servicenummer 08000/996633 geschaltet. Außerdem gibt es Infos unter www.bahn.de

Wie schafft es die Bahn, noch Züge fahren lassen?

Zahlreiche Lokführer sind noch Beamte. Und die dürfen bekanntlich nicht streiken. Außerdem sind nicht alle Lokführer in der GDL.

Was ist mit Erstattungen von Fahrscheinen?

Erfahrungsgemäß zeigt sich die Bahn im Streikfall kulant. Es kommt aber wie immer auf den Einzelfall an. Das Fahrgastrechteformular gibt es bei den Reisezentren sowie im Internet unter http://zu.hna.de/fahrgastbahn15

Was ist mit einem Mietwagen als Alternative?

Nach den bisherigen Erfahrungen haben auch die Mietwagenanbieter mit einer erhöhten Nachfrage zu kämpfen. Folge: Es gibt dann ganz schnell keine Autos mehr.

Kommentare