Stadtverordnetenversammlung soll morgen der Stiftung Hospital den Weg ebnen

Lösung für das Kirchtor?

Baulicher Missstand mitten in der Stadt: Für das marode Kirchtor-Ensemble muss eine Lösung her. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Dass etwas passieren muss, das wissen die Bad Hersfelder Stadtverordneten schon seit fast einem Jahr. Doch wenn es um das denkmalgeschützte, aber vom Verfall bedrohte Häuserensemble am Kirchtor geht, ist bisher nur klar, was nicht passieren wird: Ein Hotel garni, wie es Ex-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer zunächst im Sinn hatte, rechnet sich wegen des großen Aufwands bei Sanierung und Umbau an dieser Stelle nicht.

Private Investoren brachte im vergangenen Herbst der SPD-Bürgermeisterkandidat Gunter Müller während des Wahlkampfs nebst flugs angefertigten Plänen des Architekten Norbert J. Klos ins Gespräch. Auch vom Interesse der Stiftung Hospital, an dieser Stelle behindertengerechte Seniorenwohnungen einzurichten, war zwischenzeitlich die Rede.

Konkret wurde jedoch bislang nichts. Stattdessen ist ein Teil des Ensembles, das Doppelhaus Markt 35/36 mittlerweile derart geschädigt, dass nur noch Abriss und Neubau in Frage kommen.

Eile ist also geboten. Deshalb hat die Stadtverordnetenfraktion von SPD, Grünen und FWG für die morgige Parlamentssitzung (ab 18 Uhr in der Stadthalle) einen Antrag formuliert, der Bewegung in die Angelegenheit bringen soll.

Demnach soll der Magistrat den Hospitalvorstand bitten, sich um den Ankauf des Grundstücks Markt 34 zu bemühen. Entsprechende Mittel wurden bereits in den Haushalt 2011 der Stiftung Hospital eingestellt.

Der Grundstückskauf wäre allerdings nur ein erster Schritt, denn die geplante Seniorenanlage soll sich auch über die beiden angrenzenden Parzellen erstrecken. Die Eigentümer seien im Grundsatz verkaufsbereit, heißt es im Text des Antrags.

Die Mehrheitsfraktion weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass dieser Ankauf eine private Initiative zur Sanierung des Ensembles nicht be- oder gar verhindern würde. Das Grundstück könne bei Bedarf auch wieder an einen interessierten Investor abgegeben werden.

„Es ist jedoch dringend erforderlich, dass an dieser Stelle der derzeitige städtebauliche Missstand beseitigt wird“, schreibt Fraktionschef Bernd Wennemuth.

Von Karl Schönholtz

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