Insolvenz von EM-LOG in geordneten Bahnen

Löhne gesichert, Betrieb läuft weiter

Bad Hersfeld. Der Geschäftsbetrieb des Bad Hersfelder Logistikunternehmens EM-LOG läuft auch nach dem Insolvenzantrag vom vergangenen Donnerstag in geordneten Bahnen weiter. Das ist die Kernaussage einer Pressemitteilung des Erfurter Rechtsanwalts Kai Dellit von der bundesweit tätigen Insolvenzrechts-Kanzlei hww wienberg wilhelm, den das Amtsgericht Bad Hersfeld zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt hat.

Dellit führt den Geschäftsbetrieb vorerst fort. Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld für drei Monate bis Ende März 2012 gesichert.

Insolvenz angemeldet haben die beiden Unternehmen der EM-LOG Gruppe, die EM-LOG Europalogistik GmbH und die MSF Malkomes Systemtransporte & Frachtvermittlungs GmbH mit insgesamt 210 Mitarbeitern (unsere Zeitung berichtete). Dellit hatte sich nach Insolvenzanmeldung unverzüglich zum Sitz der Unternehmen nach Bad Hersfeld begeben. „Ziel ist die Rettung der Unternehmen und möglichst vieler Arbeitsplätze“, betonte der Anwalt.

Dellit verschafft sich derzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Lage im Unternehmen, um die Sanierungschancen zu beurteilen. „Unser Fokus in den nächsten Tagen und Wochen liegt darauf, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und zu stabilisieren“, betonte Dellit, der bereits Kontakt zu den wichtigsten Kunden und Lieferanten aufgenommen hat. „Kein Kunde muss sich Sorgen machen“, ergänzte er. „Die Betankung der Fahrzeuge ist sichergestellt, die Flotte läuft.“

Belegschaft informiert

Dellit hat bereits die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes in die Wege geleitet, damit die Mitarbeiter ohne größere Verzögerungen ihre Januar-Gehälter erhalten können. Die Belegschaft wurde gestern im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung über die Situation und die nächsten Schritte informiert.

Die EM-LOG Gruppe ist seit über 20 Jahren am Markt. Neben klassischen Speditionsdiensten erbringen die Unternehmen auch Lager- und Logistikdienstleistungen. Die Kunden der Gruppe kommen beispielsweise aus den Branchen Automotive und Elektrogroßhandel. Im Jahr 2011 erwirtschafteten die Unternehmen einen Gesamtumsatz in Höhe von rund 30 Millionen Euro.

In der Speditionsbranche kommt es seit Jahren vermehrt zu Insolvenzen. Grund sind zum Teil erhebliche Überkapazitäten und der starke Wettbewerb aus Osteuropa. (red/ks)

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