Löcher in der Kasse

Karl Schönholtz

Noch taugt die Nachricht nicht für die große Schlagzeile. Doch die Befürchtung, dass die Stadt Bad Hersfeld von einem großen Gewerbesteuerzahler in diesem Jahr zwei Millionen Euro (!) weniger bekommen wird als eingeplant, scheint sich zu bestätigen. Sollte es wirklich so schlimm kommen, dann ist der ohnehin schon eng gestrickte Haushalt 2012 Makulatur.

Da passt es ins Bild, dass die Hersfelder Stadtparlamentarier nicht von vornherein auf mögliche Einnahmen durch einen Windpark auf dem Wehneberg verzichtet haben. Ob die Kasse jemals klingeln wird, ist angesichts der nun zu erstellenden Gutachten allerdings keineswegs sicher.

Da passt es weiter ins Bild, dass der Stadtverordnete Hans-Jürgen Schülbe (Unabhängige) einen weiteren Versuch gestartet hat, das Millionen-Defizit der städtischen Bäder in den Griff zu bekommen. Schülbe, der offensichtlich nicht zu den Nutzern von Geistalbad und Aquafit gehört, ist die Quersubventionierung der Bäder durch die Gewinne der Stadtwerke schon seit längerem ein Dorn im Auge. Weil die Stadtwerke jedoch von sich aus Vorschläge in dieser Richtung gemacht haben, wurde das Thema vertagt.

Sorgen muss man sich um Alt-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer machen, der schwer erkrankt ist. Das passt so überhaupt nicht zu einem Mann, der über Jahrzehnte die Lokomotive der Stadtverwaltung und -entwicklung war und noch kürzlich voller Tatendrang als Geschäftsmann für den Windpark auf dem Wehneberg warb. Wir wünschen von dieser Stelle gute Besserung!

Sorgen machen muss man sich langsam auch über die Heringer Stadtpolitik. Die Stadt hängt wegen des Betriebskostenzuschusses des Landkreises für das neue Hallenbad in der Luft. Der Kreisausschuss hat die Anträge der Werrastadt seit Jahren nicht im Kreistag behandeln lassen. In der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung wollten die Ausschussvertreter in Heringen bei der Haushaltsberatung die jährlich geforderten 130 000 Euro an Zuschuss aus dem Zahlenwerk streichen lassen, da sie auch nicht mehr im Kreishaushalt stehen. Nach kontroverser Diskussion soll jetzt doch anders vorgegangen werden. Der Magistrat wird wohl beauftragt, eine Klage gegen den Landkreis in dieser Angelegenheit vorzubereiten. Dann muss das Stadtparlament entscheiden. Ende offen!

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