Von lieblos bis peinlich

Karl Schönholtz

Bürgermeister Thomas Fehling soll in seiner Jugend ein ganz guter Fußballspieler gewesen sein. Eigentlich sollte er also wissen, wann man sichere Torchancen verwerten und ohne viel Aufwand punkten kann. Doch beim Turnier der Ratsherren-Mannschaften am vergangenen Wochenende hat das Stadtoberhaupt wenig Tor-Instinkt bewiesen. Auch wenn diese Stadtverwaltungs-Teams sicher nicht in der Bundesliga kicken, so spielen in diesen Mannschaften doch wichtige Multiplikatoren aus ganz Deutschland. Ihnen hätte man Bad Hersfeld von seiner besten Seiten präsentieren können. Doch statt vorn mitzustürmen, zeigte Fehling wenig Spielfreude und Einsatz für das Turnier, berichten die Organisatoren.

So mussten die Ratsherren für ihren Besuch im wortreich über 1300 Euro berappen, eine zentrale Abendveranstaltung in der Schilde-Halle scheiterte gleich ganz an der Miete von rund 3500 Euro – wohlgemerkt für die leere Halle ohne Stuhl und Tisch geschweige denn Essen und Trinken. Gewiss, unsere Stadt hat nichts zu verschenken, aber Marketing, von dem hier alle gern reden, kostet nun mal Geld. Immerhin bekamen die Rats-Kicker eine Freikarte für die Festspiele. Trotzdem ist das eher das Niveau eines Mückenstürmers denn eines Torjäger.

Wenn in diesen Tagen über den neuen und nächsten Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele spekuliert wird, dann fällt nur noch ein Name: Dieter Wedel. Doch mehr als dieses Gerücht war auch diese Woche nicht zu hören. Das Warten auf den schon vor Wochen angekündigten Vorschlag von Bürgermeister Thomas Fehling soll allerdings bald ein Ende haben: Ende nächster Woche, so heißt es aus der Stadtverwaltung, sei mit einer Nachricht zu rechnen. Ob die dann den Namen Dieter Wedel trägt?

Es bleibt allerdings zu hoffen, dass die Stadt „ihre“ Festspiele dann etwas liebevoller präsentiert als „ihr“ Lullusfest. Es fällt schon auf, dass Pressetermine rund um Lolls im Rathaus im Vergleich zu früher einen offenbar geringeren Stellenwert haben.

Zu Zeiten von Bürgermeister Hartmut H. Boehmer war es nämlich Ehrensache, dass bei der Vorstellung von Lolls-Pin, Freiverlosungs-Gewinnen oder den obligatorischen Sweat-Shirts auch der Feuermeister als Symbol des Festes und natürlich auch das Stadtoberhaupt zugegen waren. Jetzt machen das drei freundliche Mitarbeiter der Verwaltung. Die waren zuletzt sogar bemüht, den zwei Zimmer weiter arbeitenden Bürgermeister zumindest zu einem Kurz-Auftritt für ein gemeinsame Foto zu bewegen. Aber Pustekuchen! Thomas Fehling hatte für Lolls nicht einmal diese drei Minuten Zeit.

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