Paarungszeit: In der Dämmerung wächst die Gefahr

Liebestolles Rehwild steigert Unfallrisiko

Hersfeld-Rotenburg. Auf den Straßen im Landkreis geht es wild zu: Es ist Brunftzeit. Jäger nennen sie auch Blattzeit. Polizei, Kreisverkehrswacht und Kreisjagdverein warnen vor einem erhöhten Unfallrisiko durch Rehwild.

„Die Böcke treiben die Ricken“, so beschreiben Jagdexperten wie Jan Möller, der zweite Vorsitzende des Kreisjagdvereins Hersfeld-Rotenburg das Liebeswerben des Rehwildes. Dessen Brunft verschärft die ohnehin steigende Unfallgefahr in unserem Landkreis. Dazu mehren sich auch die Unfälle mit Rotwild, also Hirschen, die sich dazu anschicken auf Freiersfüßen zu wandeln. „Wenn irgendwo eine Ricke fiept, sind die Böcke nicht mehr zurechnungsfähig und überqueren wie fremdgesteuert die Fahrbahn“, erklärt Jan Möller vom Kreisjagdverein die Gemütslage der Reh-Männer. Während die Tiere sonst eher vorsichtig aus dem Wald heraustreten, macht sie die Liebe blind.

Gefährlich wird es für die Autofahrer in der Morgendämmerung zwischen 4.30 und 6.30 Uhr und abends zwischen 21 und 22.30 Uhr.

Noch bis zur dritten Augustwoche ist Brunft beim Rehwild. Durch fiepende Lockrufe machen Ricken oder Schmalrehe (so nennen Jäger einjährige weibliche Reh-Teenager) auf sich aufmerksam.

Jan Möller ist im Hauptberuf Apotheker in Schenklengsfeld und hat im Raum Wippershain eine Jagd. Ein oder zwei Wildunfälle verzeichnet er in seinem Feldrevier pro Monat. Dort, auf der Straße von Bad Hersfeld nach Wippershain, fuhr eine Frau mit ihrem Pkw in einen Hirsch hinein. Er war gerade 2.30 Uhr. „Der stand da einfach“, berichtet die Fahrerin. Ihr Auto ist Totalschaden. Der Hirsch soll sich aufgerappelt haben. Die Fahrerin leidet unter einem Schleudertrauma.

Noch ist nicht Brunft bei den Hirschen. Dennoch sind die männlichen Hirsche bereits unterwegs und fressen sich feist, um Energie für ihre lautstarke Brautschau zu haben, die sie bis zum Oktober umtreibt.  zum tage

Von Kurt Hornickel

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