Jäger aus dem Kreis warnen – 548 Zusammenstöße in 2012

Liebestolle Rehe: Unfallgefahr steigt

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Hersfeld-Rotenburg. Vor liebestollem Wild sollten sich die Autofahrer im Kreis Hersfeld-Rotenburg derzeit in Acht nehmen. „Wenn die Rehe Hochzeit halten, steigt die Gefahr der Wildunfälle“, warnt der Vorsitzende des Kreisjagdvereins Hersfeld, Wilfried Marchewka. Von Mitte Juli bis Mitte August ist Brunftzeit.

Während dieser Zeit signalisierten die Ricken den Böcken mit Duftstoffen, dass sie paarungsbereit sind. Weil die weiblichen Tiere sich laut Marchewka dem Werben aber zunächst entziehen, führe die wilde Jagd oft auch am helllichten Tag über vielbefahrene Straßen, während die Tiere sonst eher in der Dämmerung unterwegs seien. „Vor allem in Waldgebieten und im ländlichen Raum sollten die Verkehrsteilnehmer tagsüber besondere Vorsicht walten lassen“, sagt Marchewka. Gerade an heißen Tagen um die 30 Grad spielten die Rehe regelrecht verrückt, bestätigt Wolfgang Adam, Vorsitzender der Jägervereinigung Rotenburg.

Alle Warnungen, in Wald- und Feldlagen vorsichtig zu fahren, nützen laut Adam allerdings recht wenig. „Das ist offensichtlich schwierig zu vermitteln.“ Auch Hinweisschilder würden häufig ignoriert. Gerade bei Einheimischen, die meinten alle Strecken zu kennen, sei die Akzeptanz gering, berichtet Adam.

Wer mit einem Reh kollidiert, sollte in jedem Fall die Polizei oder den zuständigen Jagdpächter informieren, der sich dann um die Entsorgung des getöteten Tieres oder auch das Aufsuchen eines verletzten Tieres kümmert. Mitgenommen werden dürfen die Wildtiere nicht, auch wenn es gut gemeint sei. „Das wäre Wilderei“, erklärt Wilfried Marchewka. Dass Verkehrsteilnehmer nach einem Wildunfall einfach weiterführen, ohne jemanden zu verständigen, komme hingegen eher selten vor.

Im vergangenen Jahr gab es laut Polizei insgesamt 548 Zusammenstöße mit Wildtieren im Kreis Hersfeld-Rotenburg. HintergrunD, Zum Tage

Von Nadine Maaz

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