Festspieler führten szenische Lesung „Immer wieder Herzfeld“ im Grebekeller auf

Von der Liebe im Wechsel

Marie Therese Futterknecht

Bad Hersfeld. Ausgeleuchtet von gedämpftem Licht und Kerzenschein herrscht im alten Bad Hersfelder Grebekeller angespannte Stille. Der Auftritt der Schauspieler wird mit verhaltenem Klatschen begrüßt.

Die Festspieler Marie Therese Futterknecht und Heinrich Cuipers haben hier am Mittwochabend zu ihrem Programm „Immer wieder Herzfeld“ geladen. Sonst spielen die beiden auf der Bühne der Hersfelder Festspiele. Futterknecht ist dort als Sittah in „Nathan der Weise“ und als Antonia in „Der Sturm“ zu sehen. Cuipers spielt den Vater d’Artagnan in „Die drei Musketiere“. Die szenische Lesung der beiden präsentiert Lieder, Gedichte und Texte rund um die Liebe. Unter anderem Joachim Ringelnatz und Erich Kästner werden vorgetragen.

Mit einem Schmunzeln betrachten sie dabei die Entwicklung von Liebe in verschiedenen Stufen. Sie flirten scheinbar miteinander und das Spiel ist nur schwer zu unterscheiden von der Realität. Begleitet werden sie dabei von Eva Gerlach, Pianistin aus Rotenburg. „Wir wollten gerne einen Abend zusammen machen und unbedingt was über Liebe erzählen“, berichtet Futterknecht.

Pianistin Eva Gerlach sei dabei ein Glücksfall gewesen. Das betont auch Cuipers. Die beiden Schauspieler kennen sich schon lange. Zwischen ihnen herrsche „eine Dynamik, die keine unkomplizierte ist“. Gerlach habe sich gut eingefügt. Die Klaviermusik gibt der Aufführung einen Anfang und ein Ende. Sie spielt die Töne genauso sanft und klar wie die Schauspieler sie aussprechen, als müssten sie jedes einzelne Wort auf der Zunge abwägen. In anderen Texten sprudeln die Worte nur so aus dem Mund.

Die Zuschauer sollen dabei die Geschichte zweier Liebender erleben. Im ersten Teil der Lesung spielen Verliebtheit und Leidenschaft eine große Rolle. Nach der Pause erscheint ein scheinbar angenervter Cuipers. Das Warten auf seine Frau eröffnet den zweiten Part der Aufführung. Sie zeigt die andere Seite der Liebe. Diese endet mit Schweigen. Nicht vor Staunen, sondern weil es nichts mehr zu sagen gibt.

Das Publikum wird im Laufe des Abends warm mit den Schauspielern. Dies liegt auch daran, dass es immer wieder auf eine charmante Art miteinbezogen wird. Zu Ende gibt es lauten Beifall und gelegentliche „Bravo“-Rufe sind zu hören. Zwei Zugaben geben schließlich die Schauspieler. Dann endet der offizielle Teil der Veranstaltung.

Von Caroline Ellenberger

Kommentare