HZ-Festspielmatinee mit Schauspielern, Sängern und Regisseuren in der City Galerie

Liebe und warme Wäsche

Mikrofone unnötig: So stimmgewaltig präsentierten Walter Reynolds (Joe, rechts) und seine Kollegen Eddie Jordan, Calvin Lee, Justin Lee Miller, Kevin Moreno, Laurent N’Daiye, Lemuel Pitts und Stephen Shivers vom Show-Boat-Ensemble den Song „Ol’ Man River“ bei der Festspiel-Matinee der Hersfelder Zeitung in der City Galerie. Fotos: Hans-Heinrich Hartmann

Bad Hersfeld. Die Liebe der Bad Hersfelder zu ihren Festspielen ist ungebrochen. Zu Hunderten strömten sie gestern zur Festspiel-Matinee der Hersfelder Zeitung in die City Galerie, um dort erste Eindrücke von den Produktionen dieser Saison zu bekommen, vielleicht aber auch, um ihre Solidarität zu zeigen mit Schauspielern, die bei unwirtlichem Wetter proben müssen, und mit einem Intendanten, der immer wieder von Stadtpolitikern und dem Bürgermeister heftig kritisiert wird.

Vorfreude weckt die von HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm moderierte Veranstaltung aber auf jeden Fall. Die Festspieler sind in großer Zahl in die City Galerie gekommen und bieten eine Fülle von Szenen, Liedern und Hintergrundinformationen aus den aktuellen Produktionen. Krankgemeldet, so freut sich Holk Freytag, habe sich trotz des nasskalten Wetters noch niemand. „Das spricht für den Corpsgeist in der Truppe“, meint Markus Pfromm. „Und für die warme Unterwäsche“, ergänzt der Intendant.

Machten Lust auf die Festspiele: Intendant Holk Freytag (links) und Moderator Markus Pfromm.

Warm ums Herz wird den Zuschauern auf jeden Fall, als sie einen der Nachwuchsstars dieser Saison kennenlernen: Jonas Minthe, der den D’Artagnan in den Musketieren spielt und der in Bad Hersfeld sein erstes Engagement nach Abschluss seiner Ausbildung hat. Mit jungemhaften Charme und sehr viel Ausdruckskraft zeigt er einen etwas naiven, aber dennoch feurigen Kämpfer für König und Frankreich. Freuen dürfen sich die Zuschauer auch auf ein weiteres Nachwuchstalent: Sophie Lechtenbrink spielt die Centime und als sie D’Artagnan die Liebe erklärt, fliegen ihr die Herzen des Publikums zu.

Mindestens ebenso groß ist die Freude über bekannte Gesichter. Volker Lechtenbrink und Julian Weigend haben schon 1996 beschlossen, irgendwann einmal in der Stiftsruine gemeinsam „Die drei Musketiere“ zu machen. Jetzt ist es endlich so weit. Lechtenbrink führt Regie und Weigend spielt Athos, einen der erfahrenen Degenfechter. Auf Fechtszenen muss das Publikum in der City Galerie aus Sicherheitsgründen leider verzichten, auf der Bühne der Stiftsruine wird es sie aber reichlich geben, mit bis zu zwölf Kämpfern gleichzeitig, verspricht Lechtenbrink.

Nicht die Macht weltlicher oder kirchlicher Herrscher steht bei einem Höhepunkt des Rahmenprogramms im Mittelpunkt, sondern die des Volkes. Die Demokratie ist Thema am 5. Juli in der Stadtkirche. Dazu gibt es Texte von Euripides bis Grass, vorgetragen von Mitgliedern des Ensembles, eine Rede des Philosophen Adolf Muschg und Musik mit dem Dresdner Kreuzchor.

Von Christine Zacharias

Festspiel-Matinee der HZ in der City Galerie

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