Die Liebe schlug plötzlich in Hass um

Dass die Sorgen der Familie S. wohlbegründet waren, zeigte sich nicht erst nach den tödlichen Messerstichen. Wochenlang hatte Alexander S. die 21-jährige Vohenstraußerin mit SMS und Telefonanrufen bombardiert. Er lungerte in der Nähe ihrer Wohnung herum und ließ sich auch von der Auskunft der Mutter nicht vertreiben, dass ihre Tochter wirklich nichts mehr mit ihm zu tun haben wolle. Denn das war das große Problem von Alexander S.: Die 21-jährige Vohenstraußerin war zu dem Schluss gekommen, dass sich der 23-Jährige, die nette Bekanntschaft aus einem Chatroom im Internet, im realen Leben als Mensch mit einer schweren psychischen Störung entpuppte.

Tod im Treppenhaus

Nach einem ersten Treffen im Sommer in Vohenstrauß war Stefanie S. schnell klar, dass aus der Online-Bekanntschaft nichts Ernstes wird. Alexander S. aber, der sich Hals über Kopf in die ruhige Haushaltsschülerin verliebt hatte, wollte das nicht wahrhaben. Kurzerhand zog er von Bad Hersfeld nach Vohenstrauß, mietete sich in einer Pension ein und suchte sich einen Job als Lagerist in einem örtlichen Betrieb.

Das Verhängnis nahm seinen Lauf, als der enttäuschte Liebhaber gekündigt wurde und er den Jobverlust Stefanie S. anlastete. Die Liebe schlug in Hass um, der Nachsteller schritt zur Tat. Am 4. November 2011 klingelte es an Stefanie S.s Haustür. Die junge Mutter dachte wohl, es sei der getrennt lebende Vater ihrer kleinen Tochter, den sie aber aus Angst vor dem Stalker gebeten hatte, zeitweise in ihrer Wohnung zu übernachten. Stattdessen stand Alexander S. plötzlich im Treppenhaus. Er zog ein Küchenmesser und stach zu.

Der Prozess vor dem Schwurgericht wird am 20. Juli fortgesetzt. (RW)

Kommentare