Michael Meyer hat in Sorga eine Werkstatt für Holzblasinstrumente eröffnet

Aus Liebe zur Musik

Mit Fleiß am Werk: Instrumentenbauer Michael Meyer erledigt gerade eine Intonationskorrektur. Das „C“ der Oboe erklingt zu hoch. Nachdem er den Ton tiefer gestellt hat, warten noch eine Klarinette und eine weitere Oboe (hinten) auf ihre Reparaturen. Foto: Rössing

Sorga. Oboen, Klarinetten und andere Holzblasinstrumente repariert und bessert Michael Meyer aus Sorga aus.

Mit seiner eigenen Werkstatt hat sich Meyer selbstständig gemacht. Der gelernte Holzblasinstrumentenmacher hat 2004 in Chemnitz seinen Meister gemacht. Seit 2009 lebt er gemeinsam mit seiner Familie in Bad Hersfeld. „Der Beruf meiner Frau hat uns hier her gebracht“, berichtet Meyer. „Sie ist Lehrerin am Obersberg.“

Hier in der Region kommt sich Meyer manchmal vor wie ein Exot: „In Sachsen gehört mein Beruf zu einer Tradition, vor allem im vogtländischen Musikwinkel.“ Dabei handelt es sich um eine Region, die bis zum Zweiten Weltkrieg das globale Zentrum des Musikinstrumentenbaus bildete.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg hingegen ist Michael Meyer der Einzige seiner Art. Bekannte haben ihn angesprochen und nachgefragt, ob er nicht einmal ihre Instrumente auf Vordermann bringen könne. So wurde er zum Schritt in die Selbstständigkeit motiviert. Neben Reparaturen und Generalüberholungen, die er auch oft im Auftrag von Musikschulen erledigt, baut er im Nebenerwerb für eine Firma selbst Holzblasinstrumente.

„Ich habe schon immer gerne Musik gemacht und mit meinen Händen gearbeitet, zum Beispiel beim Modellbau“, berichtet Meyer, der selbst Klavier und Oboe spielt.

Das Arbeiten mit den Instrumenten sei wie Basteln. Als Handwerker brauche er Fingerspitzengefühl. „Und etwas musikalisches Verständnis ist auch nicht verkehrt“, sagt Meyer schmunzelnd.

Ungewöhnliches Werkzeug

Für eine Generalüberholung braucht der Tüftler etwa drei Tage. In seiner Werkstatt hat Meyer dafür alle Werkzeuge zur Hand. Etwa ein selbstgebautes Bohrbänkchen, das mit Riemen und einem aus einer Nähmaschine stammenden Rad funktioniert. Auch winzige Bohrer, deren kleinster Durchmesser 0,4 Millimeter beträgt, um Löcher für Nadelfedern zu bohren, verwendet Meyer. Feilen in verschiedenen Formen ergänzen das Werkzeug. In einer Ecke steht außerdem eine Drehbank. Diese benutzt er, um Zapfenkorken zu erneuern. Dabei handelt es sich um die Verbindungsstücke der Blasinstrumente, die zumeist in zwei Teile auseinander genommen werden können.

„Wer möchte, kann auch gern vorbei kommen und mir bei der Arbeit über die Schulter gucken oder Fragen stellen“, bietet Michael Meyer an.

Weitere Informationen: Im Internet unter www.holzblaswerkstatt-badhersfeld.de oder unter Telefon: 0 66 21/9 90 37 11.

Von Sarah Rössing

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