Bad Hersfelder Festspiele: Heute hat das Musical „Kiss me, Kate“ Premiere

Liebe, Hass und tolle Songs

Symphonie in Rot: Mit „Kiss me, Kate“ hat heute das neue Musical der Bad Hersfelder Festspiele Premiere. Fotos: Landsiedel

Bad Hersfeld. „Kiss me, Kate“ ist erst das zweite Musical, das bei den Bad Hersfelder Festspielen eine Neuauflage erlebt. Und wie bei „Anatevka“ vor zwei Jahren ist es der Schweizer Stefan Huber, der mit seiner Inszenierung einen neuen Blick auf den bekannten Stoff wirft.

Denn „Kiss me, Kate“ ist einer jener Musical-Evergreens, die dem Namen nach jeder kennt und dessen Melodien im Ohr klingen, auch wenn einem vielleicht nicht immer bewusst ist, dass sie aus diesem Stück stammen. „Schlag nach bei Shakespeare“, „Wunderbar“ oder „Es ist viel zu heiß“ sind da nur Beispiele.

Entsprechend häufig steht „Kiss me, Kate“ landauf landab auf den Spielplänen, und auch Ingo Waszerkas Festspiel-Inszenierung von 1988 (die auch im Jahr darauf gespielt wurde) ist vielen noch in guter Erinnerung.

Minütliches Funken

Heute Abend nun auf ein Neues mit einer Besetzung, die wieder einmal Ihresgleichen sucht. Die Musical-Stars Katharine Mehrling und Thomas Borchert spielen das frische geschiedene Paar Lilli Vanessi und Fred Graham, das privat wie beruflich eine leidenschaftliche Hassliebe pflegt.

Weil beide gemeinsam Theater spielen – bei „Kiss me, Kate“ gibt es ein Stück im Stück – funkt es beinahe minütlich zwischen ihnen – im Guten wie im Bösen. Für Komplikationen im Ablauf sorgen Lillis neuer Liebhaber Harrison Howel, der als Produzent die Show bezahlt, und zwei in ihren Mitteln nicht allzu wählerische Herren, die einem falschen Schuldschein aufgesessen sind.

Zwischen Kalauern und Shakespeare-Texten bleibt hier kein Auge trocken, sei es vor Lachen oder vor Rührung.

Dass die Vorlage aus dem Jahr 1948 stammt (deutsche Erstaufführung 1955), merkt man „Kiss me, Kate“ nicht an. Cole Porters Musik ist zeitlos schön, und das Buch von Bella und Samuel Spaweck (deutsche Fassung: Günter Neumann) so voller Esprit, dass sich auch heute noch mancher Autor eine Scheibe abschneiden kann.

Für einen gelungenen Festspielabend wird nicht zuletzt auch das von Christoph Wohlleben geleitete Orchester sorgen, denn in Bad Hersfeld kommt die Musik trotz aller Sparzwänge noch immer nicht vom Band.

Von Karl Schönholtz

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