Lichtblicke und dunkle Seiten an trüben Tagen

Kai A. Struthoff

Die Welt hält den Atem an: Erst die Anschläge in Paris, dann die Absage des Länderspiels in Hannover, gestern dann der Angriff auf das Hotel in Mali – der Terror hat uns alle fest im Griff, und selbst in unserer beschaulichen Region fernab von den Brennpunkten ist plötzlich vielen ganz mulmig. Trotzdem dürfen wir uns nicht bange machen lassen – denn dann hätten die Terroristen eines ihrer Ziele erreicht.

Weltweit wurden nach den Anschlägen von Paris markante Gebäude und Wahrzeichen in den Farben der Trikolore angestrahlt, um Solidarität mit den Franzosen zu bekunden. Da erinnerte sich Marie-Luise Boehmer, Witwe von Alt-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer, dass früher auch schon mal die Stiftsruine in Blau-Weiß-Rot leuchtete – damals anlässlich der Partnerschaft mit L’Hay-les-Roses. Bürgermeister Thomas Fehling griff diese Anregung jetzt auf, denn die technischen Voraussetzungen für eine Illuminierung der Fensterbögen waren noch vorhanden und ohne größeren Aufwand umzusetzen. Eine schöne Geste der Solidarität mit unseren französischen Freunden.

Solidarisch zeigen sich in diesen Tagen auch ganz viele freiwillige Helfer der Feuerwehren, des THW, der Johanniter, der DLRG und des DRK beim Ausbau der Notunterkunft für Flüchtlinge im Herkules. Ich durfte in den vergangenen Tagen mal einen Blick in den früheren Lebensmittelmarkt werfen und bin begeistert, was diese schlagkräftige Truppe in kurzer Zeit geleistet hat. Weil eben diese Helfer nun aber beim Aufbau des Weihnachtsmarktes fehlten, wurden auch dort Leute zum Anpacken gesucht.

Und sie kamen nach dem Aufruf in unserer Zeitung. Darunter waren auch viele junge Flüchtlinge, die helfen wollten. Auch das ist ein schönes Zeichen der Solidarität und ein Beweis dafür, dass das Zusammenleben gelingen kann. Allen Helfern ein herzliches Dankeschön. Ihr macht diese trüben Tage heller!

Doch es gibt auch dunkle Seiten: Anfang der Woche geisterte ein Demonstrationsaufruf durch die sozialen Netzwerke. Eigentlich wollte gestern Abend eine Gruppe zu einem „stillen Marsch“ durch die Hersfelder Fußgängerzone ziehen. Angemeldet wurde die Demonstration von einer Hersfelder Bürgerin. In dem Aufruf hieß es vielsagend, dass „Fackeln und asylhetzende Parolen untersagt“ wurden.

Es gibt klare Hinweise, dass diese Demo aus der rechtspopulistischen Ecke kam. Gut, dass die Stadt strenge Auflagen verhängt hat. Noch besser, dass der Aufmarsch schließlich abgesagt wurde. Pegida in der Festspielstadt – das hätte uns gerade noch gefehlt.

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