Stiftung aus den Niederlanden erfüllte todkrankem Bad Hersfelder einen Wunsch

Ein letztes Mal ans Meer

Eine niederländische Stiftung erfüllte dem todkranken Norbert Schumann (Mitte) den Wunsch, noch einmal das Meer zu sehen. Das Bild zeigt ihn mit seinen Begleitern Uwe Gast und Rona Loos sowie den Pflegern Roel Foppen (links) und Henk Meijer (rechts) auf dem Ausflugsschiff in Rotterdam. Foto: nh

Bad Hersfeld. Norbert Schumann weiß, dass er nicht mehr lange leben wird. Der 65-Jährige ist unheilbar an Krebs erkrankt und als Folge dessen auf den Rollstuhl angewiesen. Schumann, den seine Freunde Jonny nennen, hatte einen großen Wunsch: Noch einmal das Meer sehen.

Die niederländische Stiftung „Stichting Ambulance Wens“ hat ihm das ermöglicht und finanziert. Ein gelber Krankenwagen mit niederländischem Kennzeichen fährt auf den Hof des K&S-Seniorenzentrums, in dem Schumann lebt. Mit vereinten Kräften heben die beiden Pfleger Roel Foppen und Henk Meijer den 65-Jährigen aus seinem Pflegebett auf die Krankentransportliege. Ein Plüsch-Bär, das Maskottchen der Stiftung, bekommt dort ebenfalls einen Platz.

Den Kontakt zu der holländischen Stiftung haben Schumanns Freunde hergestellt. Sie hat sich darauf spezialisiert, Menschen mit einer begrenzten Lebenserwartung Wünsche zu erfüllen.

Mit dem Spezialtransportfahrzeug geht es in einen niederländischen Ferienpark. In Rotterdam unternimmt Schumann gemeinsam mit seinen Begleitern eine zweieinhalbstündige Hafenrundfahrt im größten Ölhafen der Welt, an den historischen Hafenanlagen vorbei in Richtung der Rheinmündung in die Nordsee. Nach einer Stadtrundfahrt durch Rotterdam lässt die Gruppe den Tag dann in einem gehobenen Restaurant ausklingen.

„Es war überhaupt kein Problem, die Krankentransportliege in ein Restaurant zu bringen und neben dem Tisch zu platzieren. Und das auch nicht in einer dunklen Ecke, sondern bei freier Platzwahl“, erzählt Uwe Gast, der Norbert Schumann in die Niederlande begleitet hat.

Unterstützer gesucht

Am Tag danach tritt die Gruppe die Heimreise an. „Nur die Hafenrundfahrt hätte noch vier Stunden länger dauern können“, merkt Schumann nach der Reise lächelnd an. Bedankt hat sich der Bad Hersfelder bei den Pflegern Roel Foppen und Henk Meijer mit Wurstpaketen. Rona Loos, die die ganze Aktion auf die Beine gestellt hat, bekam einen dicken Schmatz und die Möglichkeit, die Freudentränen zu trocknen.

Inspiriert durch diese drei Tage, möchten Rona Loos und Uwe Gast eine ähnliche Initiative gerne auch in der Region gründen. Mögliche Unterstützer oder Mitarbeiter wenden sich an Rona Loos unter der E-Mail-Adresse splitterwt@t-online.de

Von Jan-Christoph Eisenberg

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