Nicht tolerant und demokratisch

 Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Rotenburger Stadtparlament, Jonas Rudolph, Stadtparlament kritisiert das Freiluft-Forum der Hersfelder Zeitung zur Intendantenentlassung.  

Wir dokumentieren seine als persönliche Stellungnahme bezeichnete Meinung Zur Klarstellung sei aber erwähnt, dass zu dem Forum niemand persönlich eingeladen wurde, sondern Unterstützer und Kritiker von Holk Freytag sowie die eigentlichen Entscheidungsträger in der Zeitung gleichermaßen aufgefordert wurden, daran teilzunehmen. Das gilt natürlich auch für Bürgermeister Fehling:

Liebe Hersfelder Zeitung, sehr geehrter Herr Pfromm,

als interessierter Fan der Bad Hersfelder Festspiele aus Rotenburg bin ich am gestrigen Sonntag neugierig zu Ihrem Forum anlässlich der Entlassung des Intendanten Holk Freytag nach Hersfeld gekommen. Ich erwartete eine interessante Bühne, auf der gegensätzliche Meinungen zum Ausdruck gebracht und Standpunkte begründet werden können.

Und ich muss sagen: Ich bin schockiert! Bereits Ihr Leitartikel, Herr Pfromm (online am: 29.07.2014) hat mich geschockt. In journalistischen Kommentaren ist es erwünscht, dass der Autor seine eigene Meinung kund tut. Ihr Redaktionsleiter Herr Struthoff ist ein Meister dieses Kommentars, Ihr Leitartikel hingegen war einfach nur parteiergreifend sowie despektierlich und respektlos gegenüber Bürgermeister Fehling.

Man kann über die Entlassung des Intendanten Freytag geteilter Meinung sein und sicherlich lassen sich für beide Seiten nachvollziehbare Argumente finden. Die Hersfelder Zeitung hat in meinen Augen als einzige regionale Tageszeitung die Aufgabe diese Argumente, beider Seiten, ausführlich und objektiv darzulegen. Somit trägt eine Zeitung als unabhängiges Medium zur Information und zur freien Meinungsbildung der Bürger bei. Die Hersfelder Zeitung verfehlt diesen Auftrag momentan in schockierender Art und Weise. Das gestrige "Forum der freien Rede" war eine reine Inszenierung der HZ für den Intendanten Holk Freytag, in der Sie, Herr Pfromm, eine Hauptrolle übernommen haben. Allein der Umstand, dass von Seiten der Stadtverwaltung niemand so öffentlichkeitswirksam von Ihnen eingeladen wurde um auch deren Sicht zu präsentieren spricht hier für sich.

Die gestern anwesenden Bad Hersfelder würden sich sicherlich selbst als offenes, demokratisches und tolerantes Publikum bezeichnen. Wer allerdings Menschen mit einer anderen Meinung, Kritiker des Intendanten, in ihren Statements mit Buhrufen und unqualifizierten Zwischenrufen stört, ist alles nur nicht tolerant und demokratisch.

Ich bin erschüttert über die gestrige Veranstaltung. Ich wünsche Bad Hersfeld und vor allem den Festspielen nun endlich einen sachlichen Dialog und der Hersfelder Zeitung die Rückkehr zu objektivem und aufklärendem Journalismus.

Schöne Grüße aus Rotenburg an der Fulda

Jonas Rudolph

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