Leseratten und Paragrafenstudium

Viele Grüße aus Bad Salzungen nach Bad Hersfeld an die Leser der HZ. Die Leute lesen wieder mehr. Die Stadt- und Kreisbibliothek in Bad Salzungen verzeichnete im vergangenen Jahr mehr aktive Benutzer und auch mehr Ausleihungen als im Jahr zuvor. Krimis, Thriller und Märchen sind besonders beliebt – letztere natürlich bei Kindern. Die Bibliothek in der Kreisstadt bemüht sich durch Aktionen und Veranstaltungen, Lesernachwuchs zu gewinnen - mit Erfolg, wie die Statistik belegt.

Auch die Dermbacher Gemeindebibliothek setzt auf junge Leser. „Lesen ist die Grundlage für den kompletten Wissenserwerb“, sagt Bibliotheksleiterin Käthe Hössel und lädt sogar Kindergartenkinder ein, um ihnen Lust auf das Lesen zu machen. Die Kleinen können ja noch nicht selbst lesen, deshalb wird ihnen vorgelesen – an jedem letzten Mittwoch im Monat. Auch die Eltern sind dazu eingeladen, denn sie sind in erster Linie dafür verantwortlich, ihre Kinder für das Lesen zu begeistern, ihnen die Sprache zu vermitteln.

Bücher zu lesen ist gerade im multimedialen Zeitalter alles andere als überflüssig. Im Gegenteil, wer sich im dichten Informationsdschungel zurechtfinden statt verirren will, benötigt die Kompetenz, Fakten von Halbwahrheiten, aber auch zuverlässige von unzuverlässigen Quellen unterscheiden zu können. Bücher und der Umgang mit ihnen helfen hier meistens weiter. Wer viel liest, ist eigentlich immer im Vorteil.

Viel zu lesen hatten in der vergangenen Woche auch die Ortsparlamentarier der Krayenberggemeinde und der Stadt Kaltennordheim, allerdings keine Krimis, sondern Paragrafen. Die beiden neuen Einheitsgemeinden sind seit 31. Dezember rechtswirksam, und nun mussten sich der Übergangsgemeinderat bzw. -stadtrat konstituieren. Hauptsatzung, Geschäftsordnung und Feuerwehrsatzung galt es zu beschließen, Ortsteilbürgermeister wurden ernannt und Beigeordnete gewählt. Das ist viel Aufwand für einen begrenzten Zeitraum. Am 25. Mai wird in beiden Orten sowohl der Gemeinde- bzw. Stadtrat als auch der Bürgermeister neu gewählt. Danach müssen sich die Räte neu konstituieren, und das Procedere beginnt von vorn.

stefan.sachs@stz-online.de

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